Katzenkastrationen
Wir fordern die Aufnahme einer Kastrationsverpflichtung in das Tierschutzgesetz,
nach dem Vorbild von Österreich und Belgien.
Katzenkastration ist Tierschutz - machen Sie mit.
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Katzenelend Kastrationsverpflichtung
Die Kastration - Argumente da für und da gegen Kastrations-Sterilisation
Frühkastration von Katzen Bundestierärztekammer fordert:
Rechtzeitige Kastration, Kennzeichnung und Registrierung

Katzenelend

Katzenhalter! - Werdet nicht zu Katzenzüchter!

Schon der erste Wurf Ihrer Katze ist zu viel!

Wer keine Katzen züchtet, braucht später nicht mit ihnen hausieren zu gehen!

Zum Katzenelend und dem oft grausamen Schicksal der Überzähligen trägt auch Ihr unkastrierter Kater bei.

Zeigen Sie Verantwortung

und lassen Sie Ihre Katzen kastrieren.

Das Schicksal der herrenlos gewordenen Katzen kann kein Mensch verantworten:

Es ist ein Leben in Verfolgung, Hunger und Gefahren;

Es endet nicht selten nach qualvollem Leiden als Versuchstier;

Es pflanzt sich fort und produziert so ein Heer des Elends.

Aus dieser Elendskette hatte jede Katze oder einer ihrer Vorfahren einmal ein Zuhause, wo es der Mensch versäumt hat, seine Katze kastrieren zu lassen.

Züchten Sie keine „Wegwerf-Tiere“ und züchten Sie keine „Versuchsobjekte“!

Liebe zum eigenen Tier ist gut,
Verantwortung über das eigene Tier hinaus zeigt erst den wirklichen Tierfreund.

Männliche und weibliche Katzen sollen durch den Tierarzt,
im Alter von ca. 4 Monaten kastriert werden.

 Haben Sie Ihre Katze schon kastrieren lassen??

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Kastrationsverpflichtung

Wie Sie in dem nachfolgenden Artikel
Die Kastration - Argumente da für und da gegen

selber lesen können - gibt kein vernünftiges Argument gegen Kastration.

Die jahrelangen Appelle und Aufklärungsaktionen an die Katzenhalter „Lassen Sie Ihre Katzen kastrieren“, bringen keinen Erfolg. Trotz der vielen Kastrationsaktionen der Tierschutzvereine, bei dem jedes Jahr, allein in Bochum und Umgebung, hunderte von wild lebenden Hauskatzen aufwendig eingefangen und dann bei einem Tierarzt kastriert werden, geht das Elend weiter. Das hier behutsam und tiergerecht vor gegangen wird ist selbstverständlich.
Es nimmt kein Ende, es ist wie der Kampf gegen Windmühlenflügel.
Jedes Jahr sterben weiter unzählige Katzenbabys und Katzen einen qualvollen Tod oder fristen ein elendes Dasein und das nur, weil sie sich unkontrolliert vermehren. Katzen haben ein Vermehrungszwang, sie können ihr Geschlechtsleben nicht selber steuern. Darum stehen hier wir Menschen in der Pflicht, zu Handel - zum Wohl der Tiere.

Es wird immer mit dem Finger auf die südlichen und östlichen Länder gezeigt und es wird mit Recht das Dasein der Tiere angeprangert. Aber wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen.
Den vielen wild lebenden Hauskatzen geht es bei uns nicht viel anders,
aber viele Bürger, Ämter und leider auch viele Politiker wollen das nicht wahr haben.
Darum fordern wir Tierschützer
den Gesetzgeber auf,
eine Kastrations- und Kennzeichnungsverpflichtung in das Tierschutzgesetz aufzunehmen und so verbindlich vorzuschreiben.
Alle Fachleute, von der Tierärztekammer bis zu den Tierschützern sehen nur so die Möglichkeit das Katzenelend zu stoppen.
Das diese Kastrationspflicht nicht von Heute auf Morgen das Katzenelend beseitigt, ist klar. Trotzdem muss jetzt endlich gehandelt werden, denn kastrierte Katzen bekommen keine Babys mehr. So wird das Elend mit jeder kastrierten Katze abnehmen.

Die Politik hat uns 2010 mal wieder enttäuscht.
Eine Kastrationspflicht für Katzen war in Bochum und anderen Städten leider nicht durchzusetzen.
Ohne eine solche Verpflichtung wird man das Katzenelend nicht in den Griff bekommen.

Darum fordern wir die Aufnahme einer Kastrations- und Kennzeichnungsverpflichtung in das Tierschutzgesetz, nach dem Vorbild von Österreich und Belgien.

Die Politiker dürfen nicht weiter tatenlos zusehen,
sie müssen endlich handeln.
Das sind wir den Tieren schuldig.

Jeder kann helfen - reden Sie mit ihren Abgeordneten und
fordern sie zum Handeln auf, zum Wohl der Katzen.

Die Kennzeichnung der Katze muss untrennbar mit der Kastration verbunden sein, so wie das im Tierschutz schon lange der Fall ist.

Katzenkastration ist Tierschutz - machen Sie mit.

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Die Kastration - Argumente da für und da gegen

Egal ob Kater oder Katze – der Eingriff, der unter Narkose durchgeführt wird, ist für den Tierarzt Routine und ungefährlich für die Katzen. Bei der OP werden der Katze die Eierstöcke, beim Kater die Hoden entfernt. Bei der Gelegenheit soll das Tier auch gleich tätowiert oder besser gechipt werden, so dass man es identifizieren kann, falls es mal wegläuft. Im Normalfall sind die Katzen schon nach einem Tag wieder fit und der Eingriff ist vergessen.

Je früher der Eingriff stattfindet, umso besser für die Tiere
Heute wird im Normalfall mit 4 bis 5 Monaten kastriert, also vor dem Eintreten der Geschlechtsreife. Diese richtet sich jedoch nicht nur nach dem Alter, sondern wird auch durch die Jahreszeiten beeinflusst. Werden die Tage ab Januar länger, setzt die Geschlechtsreife – auch bei sehr jungen Tieren ein. Erfahrungen aus den USA (hier wird seit über 50 Jahren bereits ab dem 3 Monat kastriert) zeigen, dass keine negativen Gesundheitsfolgen auftreten. Ganz im Gegenteil: es ist inzwischen wissenschaftlich erwiesen, dass kastrierte Tiere keine Tumore mehr an den Geschlechtsorganen bekommen. Das Krebsrisiko sinkt erheblich.
Unkastrierte Tiere haben nicht nur ein höheres Krebsrisiko sondern sind auch anderen Gefahren ausgesetzt. Beim Revierkämpfen und beim Deckakt können sie sich mit tödlich verlaufenden Krankheiten wie FIV (Katzen-Aids), FIP (virusbedingte, infektiöse Bauchfellentzündung), Leukose usw. anstecken. Diesem Risiko sollten Sie Ihre Katzen nicht aussetzen.

„Eine Katze muss einmal geworfen haben oder einmal rollig gewesen sein, bevor sie kastriert werden soll“
Diese häufig noch vertretene Ansicht ist durch keine medizinische Begründung gerechtfertigt.

„Kastrierte Katzen wachsen nicht mehr richtig, bleiben kleiner und werden fett“
Dieses Märchen ist ebenso wissenschaftlich widerlegt. Im Gegenteil, da die Wachstumsphase verlängert wird, werden die Katzen und Kater mindestens genau so groß wie unkastrierte Tiere, wenn nicht sogar etwas größer. Fett werden Katzen, wie Menschen, durch falsche Ernährung und Bewegungsmangel.

„Wohnungskatzen brauchen nicht kastriert werden“
Diese Aussage ist Unsinn. Werden die Katzen geschlechtsreif, haben sie einen starken Drang einen Partner zu finden. Katzenmädchen schreien sehr laut und werden extrem unruhig, Kater neigen dazu die Wohnung mit stark riechendem Urin zu „markieren“. Sie werden alles versuchen um einen Partner zu finden und aus der Wohnung zu entkommen, wobei sie sich auch ernsthaft verletzen können. Katzen, die nicht gedeckt werden, können dauerrollig werden, was wieder zu massiven Gesundheitsproblemen führen kann.

„Meine Kinder sollen das Wunder der Geburt erleben“
Aus diesem Grund Katzennachwuchs zu produzieren - ist grob fahrlässig. Erstens finden die meisten Geburten nachts statt, zweitens ziehen viele Katzen sich dazu auch zurück, weil sie keine Zuschauer wollen. Heute gibt es viele Filme über die Geburten von Tierkindern, auf denen man viel mehr sehen kann. Außerdem steht man hinterher vor dem Problem: „Wohin mit den Katzenkindern?“. Die niedlichen Babys wachsen in kürzester Zeit zu erwachsenen Tieren heran und können bis zu 20 Jahre lang leben.

„Ich kennen Leute, die gerne Katzenbabys haben möchten“
Auch das ist kein Grund zum Züchten. Schicken Sie diese Leute zum Tierschutz – hier findet man jedes Jahr genug Katzenwelpen.

„Die Kastration ist teuer“
Sicher, der Eingriff kostet zwischen 70 und 100 Euro. Das sind aber doch nur ca. 5,- Euro pro Lebensjahr und bietet nur Vorteile.

Beim Tierschutz gibt es übrigens Katzen, die schon kastriert sind.

Wie Sie selber lesen können - es gibt kein vernünftiges Argument gegen Kastration.

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Frühkastration von Katzen  
Von Barbara Willms

Katzen sind sehr fruchtbar
Rein rechnerisch können aus einem einzigen Katzenpaar und seinen Nachkommen in zehn Jahren 80 Millionen Katzen werden!

Aber wohin mit dem Nachwuchs?
Auf diese Frage gibt es keine zufrieden stellende Antwort. Verwilderte Hauskatzen drängen sich längst auch in Deutschland am Rande der Städte, auf verlassenen Fabrikgeländen und anderen unwirtlichen Plätzen – dort endet so mancher „süße, kleine“ Welpe, weil die Besitzer der Mutterkatze sich letztlich doch nicht darum kümmern, was aus jedem Katzenkind später wird.
Es gibt aber leider keinen brauchbaren natürlichen Lebensraum für die Nachfahren der Tiere, die sich der Mensch über Generationen zu Haustieren herangezogen und erzogen hat.

Katzenelend massenhaft
Die vielen verwilderten Katzen finden weder ausreichend Nahrung noch gibt es echte natürliche Feinde. Wäre der Lebensraum intakt, dann gäbe es, wie immer bei einem natürlichen Gleichgewicht, andere wild lebende Tiere, die die Katzen als Nahrung erbeuten würden. Damit würde die Zahl auf natürliche Weise begrenzt. Solche natürlichen Feinde fehlen aber.
Stattdessen begegnen die verwilderten Hauskatzen unkalkulierbaren Gefahren in einer vom Menschen bestimmten Welt: Das sind Autos, die sie überfahren, Jäger, die auf sie schießen, und sogar sadistische Menschen, die Katzen einzufangen und zu quälen versuchen – oder zu vergiften.
Hinzu kommt: Infektionskrankheiten breiten sich massenhaft aus. Viele Katzen leiden an Leukose oder „Katzenaids“. Gerade bei der Paarung selbst (der Kater beißt der Katze in den Nacken) und bei den vorangehenden blutigen Katerkämpfen um die Weibchen werden häufig Krankheiten weitergegeben.

Tierschützer kastrieren verwilderte Katzen und Kater
Tierschützer versuchen in Zusammenarbeit mit Tierärzten auch in Deutschland schon seit vielen Jahren, die verwilderten Katzen einzufangen und zu kastrieren. Die Tiere werden mit Futter in längliche Käfige („Lebendfallen“) gelockt, in die Tierarztpraxis gebracht und dort unter Narkose nicht nur kastriert, sondern meist noch schnell entfloht und anderweitig verarztet. Dann werden sie wieder frei gelassen.
Zur Klärung, da die Begriffe „Kastration“ und „Sterilisation“ oft missverständlich gebraucht werden: Die Kastration ist die operative Entfernung der Keimdrüsen. Beim Kater werden also die Hoden entfernt; bei der Katze die Eierstöcke und oft auch ein Teil der Gebärmutter (wenn medizinisch notwendig, auch die gesamte Gebärmutter) aus dem Bauchraum herausoperiert. Damit sind die Tiere nicht nur unfruchtbar (das allein würde schon mit einer Sterilisation, also der Durchtrennung der Samenstränge beziehungsweise Eileiter erreicht), sondern kastrierte Tiere haben auch keinen Fortpflanzungstrieb mehr. Das ansonsten durch die Geschlechtshormone gesteuerte typische Verhalten fällt weg: keine Paarung, kein Katerbiss in den Nacken der Katze, keine Prügeleien der Kater um Katzen. Damit werden nicht nur weiterer Nachwuchs und die weitere Ausbreitung von Infektionskrankheiten verhindert, sondern es wird den verwilderten Tieren dann auch möglich, aggressionsfreier in ihrem begrenzten Lebensraum zusammenzuleben.

Kastrieren, bevor es zu spät ist, denn Katzen werden früher geschlechtsreif, als man denkt.
Weibliche Katzen werden normalerweise mit etwa fünf oder sechs Monaten geschlechtsreif. Aber, so erklärt die Tierärztin Dr. Ulrike Morys in unserem Beitrag, es kann auch schon mit drei oder vier Monaten so weit sein: „Bei winter- oder spätherbstgeborenen Katzen haben wir das Phänomen, dass die schon mit drei oder vier Monaten geschlechtsreif sein können; das hängt mit der zunehmenden Tageslichtlänge zusammen. Die Tageslichtlänge hat einen extremen Einfluss auf den Sexualzyklus, das kennen wir ja auch; im Frühling gehen die Hormone immer so ein bisschen durch, und das ist bei Katzen auch so.“

Generell gilt: Kater werden etwas später geschlechtsreif als die weiblichen Katzen.
Viele Menschen, die sich vielleicht nicht so gut auskennen, rechnen allerdings überhaupt nicht damit, dass „die Kleinen“ schon sehr bald selbst Eltern werden können. Hartnäckig hält sich die falsche Vorstellung, Katzen könnten erst später Nachwuchs bekommen, so zum Beispiel, wenn sie ausgewachsen seien (das heißt mit 12 bis 14 Monaten) oder mit einem Dreivierteljahr. Aber das alles trifft eben nicht zu, und die Idee, bis zur ersten Rolligkeit „abzuwarten“, ist keine gute Idee. Denn oft werden die ersten Anzeichen der Rolligkeit nicht erkannt, und das endet bei vielen Freigängerkatzen damit, dass sie unversehens trächtig nach Hause kommen. Die Kastration mit einem Sicherheitsabstand zur Geschlechtsreife, also je nach den praktischen Umständen (bei verwilderten Katzen zum Beispiel, wenn es gelingt, sie einzufangen) schon mit frühestens sechs, spätestens aber zwölf Wochen, ist die effektivste Methode, ungewollten Nachwuchs tatsächlich zu verhindern.
Vor- und Nachteile der frühen Operation selbst
Da die Tiere ja noch längst nicht ausgewachsen sind, sind auch die Geschlechtsorgane noch recht klein. Und dieser Umstand macht die Frühkastration im Vergleich zu der beim erwachsenen Tier vielleicht etwas filigraner, schwieriger. Auch besteht offenbar teilweise Unsicherheit, was die Dosierung des Narkosemittels angeht. Für Tierärzte mit Operationserfahrung ist das aber kein Problem. Im Gegenteil, meint die Tierärztin Dr. Ulrike Morys. Sie findet die Operation weit unkomplizierter als die eines ausgewachsenen Tieres: „Also, bei der Frühkastration sind die Vorteile: Wir brauchen geringe Narkosemengen; die Tiere vertragen es sehr gut; wir haben einen sehr kleinen Schnitt; wir haben es noch nicht mit viel Fettgewebe zu tun, denn die Tiere sind ja noch nicht verfettet; dadurch ist die Blutungsmenge sehr viel geringer; wir haben sehr selten Komplikationen, und die Tiere sind sehr schnell nach dem Eingriff wieder wach, dass die also im Geschwister- oder Familienverband wieder freigelassen werden können.“

Früh kastrierte Katzen und Kater werden minimal größer
Mit drei, vier Monaten, Kater etwas später, wären die Tiere zwar schon fähig, Nachwuchs zu zeugen, aber sie sind noch nicht richtig ausgewachsen. Welche Folgen hat die Frühkastration auf Entwicklung und Wachstum? Dazu finden sich, je nach Quelle, widersprüchliche Vermutungen und Angaben. Häufig wird auf US-amerikanische Untersuchungen verwiesen. In Deutschland existieren bislang noch keine systematischen wissenschaftlichen Langzeitbeobachtungen, sagt Prof. Dr. Ingo Nolte, Direktor der Klinik für kleine Haustiere der Tierärztlichen Hochschule in Hannover, aber es gibt inzwischen doch schon einige Erfahrungswerte. Eines ist sicher: Früh kastrierte Katzen und Kater werden etwas größer, aber der Unterschied ist kaum sichtbar, es sind nur wenige Millimeter. Der Grund liegt im Fehlen der normalerweise wirkenden Geschlechtshormone, so erklärt Prof. Dr. Ingo Nolte: „Katzen, die frühzeitig kastriert werden, also sprich vor der ersten Rolligkeit, werden größer. Das heißt also, mit der Geschlechtsreife wird das Wachstum durch Hormone beeinflusst, indem es dann eben beendet wird, und wenn die Rolligkeit dann eben sozusagen nicht auftritt, dann schreitet das Wachstum auch länger fort.“

Hat die Frühkastration Auswirkungen auf die Gesundheit?
Anders als bei der Hündin hat die Frühkastration bei weiblichen Katzen nicht die positive Wirkung, die Entstehung von Gesäugetumoren zu verhindern, stellt Prof. Dr. Ingo Nolte fest: „Bei der weiblichen Katze ist dieser Zusammenhang nicht sicher nachgewiesen; grundsätzlich unterscheiden sich die Entwicklung von Gesäugetumoren von Hund und Katze ganz erheblich, so dass also die Frage ist, ob da wirklich ein echter Zusammenhang besteht.“ Bislang keine Bestätigung sieht Prof. Dr. Ingo Nolte aber auch für die Befürchtung, die Harnröhre beim Kater würde nicht richtig auswachsen und dann später eventuell „verstopfen“: „Lässt sich eigentlich nicht belegen, auch schon im Vergleich zum, egal, also, späteren Zeitpunkt durchgeführten Kastration beim Kater im Vergleich zu unkastrierten Katern, lässt sich da überhaupt keine Häufung herauslesen.“ Eine Gefahr für den Katerpenis besteht allerdings – theoretisch –, denn zwischen dem vierten und fünften Monat löst sich die Vorhaut ab, und wenn die Kastration genau während dieser Ablösung stattfindet, können sich kleine „Taschen“ bilden, in denen sich später dann Schmutz ansammelt – und das kann zu Entzündungen führen. Aber das ist selten und lässt sich leicht vermeiden: Der Tierarzt muss eben den richtigen Zeitpunkt wählen.

Macht jede Kastration dick?
Tendenziell ja! Alle kastrierten Katzen und Kater drohen dick zu werden. Das liegt nicht etwa am fehlenden Jagdtrieb, denn der bleibt – ob frühere oder spätere Kastration – voll erhalten. Es liegt daran, dass der Geschlechtstrieb fehlt, der Katze und vor allem Kater normalerweise auf Trab hält. Fällt der weg, haben die Tiere eine starke Antriebsquelle weniger – sie werden ruhiger und bequemer. Sie verbrauchen also weniger Energie. Das heißt für die Katzenbesitzer: Auf das Gewicht der Tiere achten, regelmäßig wiegen und gegebenenfalls das Futter rationieren.

Wie beeinflusst die Frühkastration das Verhalten?
Normalerweise würde der mit der Geschlechtsreife einsetzende Sexualtrieb nicht nur den Körper, sondern die gesamte Persönlichkeit und das Verhalten beeinflussen: eine Veränderung vom verspielten Tierkind zum paarungswilligen Fast-Erwachsenen, beim Kater übrigens weit auffälliger als bei der Katze.
Durch die Frühkastration wird diese Veränderung verhindert, erklärt die Diplom-Biologin Dr. Willa Bohnet vom Institut für Tierschutz und Verhalten der Tierärztlichen Hochschule Hannover: „Wenn eine Katze oder ein Kater vor der Pubertät kastriert wird, wird man als Besitzer überhaupt keine Verhaltensänderung merken, das heißt, die Tiere bleiben so verschmust, wie sie es vorher waren; sie bleiben so verspielt. Sie werden sich nicht weiter als bisher vom Haus entfernen, sie werden weiterhin guten Kontakt zu Artgenossen haben, sofern sie das vorher auch hatten, gelernt haben.“ Die Frühkastration macht Katzen und Kater also ein Leben lang zu verträglicheren, „angenehmeren“ Haustieren. Das gilt vor allem für Kater.
Bei weiblichen Katzen ist der Verhaltensunterschied – abgesehen von den (ohne Kastration eintretenden) abgegrenzten Phasen der Rolligkeit, Trächtigkeit und Welpenaufzucht – weniger stark. Aber unkastrierte Kater sind immer paarungsbereit, und deshalb fällt der Verhaltensunterschied zwischen kastrierten und unkastrierten Katern auch immer stark auf.

Frühkastration bei reiner Wohnungshaltung?
Wenn es nicht darum geht, eine überraschend frühe Trächtigkeit zu verhindern, wenn man also zum Beispiel mit zwei Katzendamen in einer Wohnung lebt und die beiden nicht nach draußen kommen, kann man sich mit der Entscheidung für eine Kastration mehr Zeit lassen. Dennoch ist die Kastration auch von Wohnungskatern grundsätzlich sinnvoll, denn der einsetzende Geschlechtstrieb ist der Hauptgrund dafür, das die männlichen Tiere ihr Revier systematisch mit Urin markieren. Daher rät die Biologin Dr. Willa Bohnet: „Beim Kater würde ich auch sagen, auf jeden Fall kastrieren, weil man dann nämlich die Geruchsbelästigung nicht hat, und bei einer Katze kann man das von dem Individuum abhängig machen.“ Die Kastration wird notwendig, wenn eine frustrierte Wohnungskatze immer wieder rollig wird. Die Dauerrolligkeit ist eine hormonelle „Vergiftung“. Die Katze ist unübersehbar leidend und unüberhörbar klagend. Das muss nicht passieren, aber es kann durchaus so sein. Die Katze dann nicht kastrieren zu lassen wäre Tierquälerei.

Wie „unnatürlich“ sind Kastration und Frühkastration?
Fast jeder empfindet ein etwas befremdliches Gefühl bei der Vorstellung, dass so junge, noch längst nicht ausgewachsene Tiere kastriert werden sollen. Schließlich nimmt der Mensch einem Tier damit eine ganz wichtige Antriebskraft. Besonders der so frühe Eingriff, aber auch die Kastration generell werden oft als „unnatürlich“ dargestellt. Das sind sie zweifelsfrei auch, aber vielleicht doch weitaus „tiergerechter“ und verantwortlicher, als es im ersten Moment scheinen mag – wenn man sich einmal überlegt, welchen Lebensraum wir Menschen den Tieren zugewiesen haben. Wir haben nun einmal ehemals wild lebende Tiere über viele Generationen zu „Haustieren“ gemacht, also bewusst zu möglichst angenehmen, unkomplizierten Gesellschaftern des Menschen. Inwieweit die Haltungsbedingungen, die wir bieten, den nach wie vor genetisch festgelegten Bedürfnissen der Haustiere entsprechen, wird aber viel zu wenig hinterfragt. Oft ist es fehlendes Wissen, oft eine (als selbstverständlich angenommene) Geringschätzung der Tiere und ihrer Bedürfnisse. Wie stark die Sexualität der Motor des Tier- und auch des Haustierlebens ist, wird unterschätzt. Aber: Wenn sie nicht ausgelebt werden kann (mangels Partnern und weil Nachwuchs unerwünscht ist), ist das nicht etwa „natürlich“, sondern Tierquälerei, und daher argumentieren viele Tierschützer auch ganz konsequent wie die Tierärztin Dr. med. vet Ulrike Morys für die Frühkastration: „Warum soll ich einem Tier Sexualität quasi zumuten, wenn ich von vornherein weiß, dass es die Sexualität nie ausleben darf? Dann kann ich es ihr auch vorher nehmen, weil die Katze gar nicht wissen wird, was sie vermisst.“
Wer dieser konsequenten Überlegung folgt, kann nur zu einem Schluss kommen: Problematisch ist eigentlich weniger der konkrete Schritt der Frühkastration als vielmehr das gesamte Konzept der Haltung von Haustieren unter wenig natürlichen Bedingungen.

Fazit
Zur Verhinderung weiterer unerwünschter Vermehrung, der „Überpopulation“, plädieren Tierschützer konsequent für die Frühkastration verwilderter Katzen. Das gilt auch für Freigängerkatzen (es sei denn, jemand ist in der glücklichen Lage, in einer sehr katzenarmen Gegend zu wohnen, und hat schon sichere Interessenten für jeden zu erwartenden Welpen). Bei reiner (geschlechtlich getrennter) Wohnungshaltung kann man eher im Einzelfall entscheiden; das gilt vor allem bei den weiblichen Katzen.
Mehr Informationen zum Thema finden Sie im Internet u.a. bei der Organisation CAT-CARE Tierhilfe Kassel e.V., die sich engagiert für die Frühkastration einsetzt:
www.cat-care.de

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Kastration - Sterilisation  
Definitionen, Unterschiede, Ratschläge

Jeder Tierarzt kennt es aus der täglichen Praxis:

Die Frage nach dem Unterschied zwischen Kastration und Sterilisation. Viele Tierbesitzer sind verunsichert, weil sie unterschiedliche Meinungen und Vorstellungen über Kastration und Sterilisation kennen. Im folgenden sollen die Unterschiede herausgestellt und erläutert und Ratschläge erteilt werden. Grundsätzlich ist bei beiden Geschlechtern sowohl eine Kastration als auch eine Sterilisation möglich.

  KASTRATION STERILISATION
DEFINITION Entfernung der Keimdrüsen. Das bedeutet beim männlichen Tier Entfernung der Hoden, beim weiblichen Tier Entfernung der Eierstöcke und bei Hündinnen Entfernung der Gebärmutter Das Tier wird unfruchtbar gemacht. Das bedeutet beim männlichen Tier die Durchtrennung der Samenleiter, beim weiblichen Tier Durchtrennung der Eileiter
BEDEUTUNG Die Tiere werden unfruchtbar und das Sexualverhalten ist unterbunden

Männliche Tiere zeigen kein Markierverhalten mehr, die Aggressivität wird reduziert, Rüden laufen nicht mehr weg. Weibliche Tiere zeigen keine Brunst ( Hitze, Rolligkeit) mehr. Gebärmutterentzündungen sind ausgeschlossen und die Gefahr von Tumoren des Gesäuges nimmt deutlich ab. Hündinnen werden nicht mehr scheinschwanger.

Die Tiere sind nur unfruchtbar. Das Sexualverhalten ist unverändert. Das Risiko von Gesäugetumoren und Gebärmutterentzündungen ist unverändert hoch
HÄUFIGKEIT In der Tiermedizin häufig durchgeführt In der Tiermedizin sehr selten durchgeführt
WARUM Beim Rüden: bei unerwünschtem Verhalten (Markieren, Dominanzaggression, Streunen)
Beim Kater: unerwünschtes Verhalten, Geruch (Markieren, Raufereien etc)
Bei der Katze: zur Verhinderung der unkontrollierten Vermehrung, zur Gesundheitsprophylaxe, zur Verhinderung der Rolligkeit.
Bei der Hündin: zur Verhinderung der unkontrollierten Vermehrung.
Kastrierte Tiere haben statistisch gesichert eine etwa 1 Jahr längere Lebenserwartung als unkastrierte!
Beim Tier kein vernünftiger Grund
 FOLGEN  Durch die hormonelle Umstellung sinkt der Grundumsatz. Die Tiere benötigen weniger Energie, d.h. die Fütterung muss reduziert werden.  Wenn dies konsequent durchgeführt wird, ist keine Zunahme des Gewichtes zu befürchten. Bei großen Hündinnen  kommt es sehr selten zu einer gewissen Urininkontinenz, die aber mit Medikamenten gut beeinflussbar ist.  keine
OPERATION Beim Rüden: Beide Hoden werden entfernt, die Haut wird  zugenäht.
Beim Kater: Beide Hoden  werden entfernt, die Haut wird  nicht zugenäht.
Bei der  Katze: Durch einen kleinen Bauchschnitt werden beide Eierstöcke und die Spitze der Gebärmutter entfernt.
Bei der  Hündin: Durch einen Bauchschnitt werden beide Eierstöcke und die Gebärmutter entfernt. (Totaloperation)
Männliche Tiere: ca. 1 cm des Samenleiters wird auf beiden Seiten entfernt. 

Weibliche Tiere: Die Eileiter werden durchtennt und ca. 1 cm auf beiden Seiten davon entfernt

WARUM LEBEN KASTRIERTE TIERE LÄNGER

Statistisch nachgewiesen leben kastrierte Tiere im Durchschnitt etwa 1 Jahr länger als unkastrierte. Die Ursache ist für das jeweilige Geschlecht und die Tierart spezifisch.

RÜDE

Die längere Lebenserwartung kastrierter Rüden hat keine medizinische Ursache. Es liegt wohl daran, dass kastrierte Rüden weniger aggressiv sind und somit seltener ein Anlass für eine Euthanasie aus  Verhaltensgründen besteht.

KATER

Kastrierte Kater (Freiläufer) leben deshalb länger, weil sie sich weniger oft mit Artgenossen prügeln und somit seltener an Kampfverletzungen oder an unheilbaren, beim Kämpfen  übertragenen Virusinfektionen (Leukose, FIV, FIP) sterben.

HÜNDIN  und KATZE

Für die Hündin ist die Kastration, wenn sie früh erfolgt deshalb lebensverlängernd, weil häufige Krankheiten älterer  Hündinnen (Gebärmuttervereiterungen, Geschwülste der Milchdrüsen) seltener oder nicht mehr vorkommen können.

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Bundestierärztekammer fordert:
Rechtzeitige Kastration, Kennzeichnung und Registrierung von Freigänger-Katze

Katzenjammer verhindern - ein wichtiger Beitrag zum Tierschutz -
durch rechtzeitige Kastration, Kennzeichnung und Registrierung von Freigängern und Katze im ländlichen Raum.
Das ist die ausdrückliche Empfehlung der Bundestierärztekammer.

Aber: Meine Katze soll wenigsten einmal Junge bekommen?

„NEIN“, betont Prof. Dr. Theo Mantel, Präsident der Bundestierärztekammer

„Ein verantwortungsbewusster Züchter paart seine Katze gezielt an und hat vor der geplanten Trächtigkeit feste Abnehmer für die Katzenbabies, so dass die Tiere in gute und verantwortungsvolle Hände abgegeben werden. Eine ungeplante Vermehrung, einhergehend mit der Vorstellung: „Dann verschenke ich die Katzenbabies, die sind doch so süß!“, bedeutet für viele dieser Katzenbabies Elend und Katzenjammer. Wenn der neue Besitzer überfordert ist, gibt er das Tier ins Tierheim, was noch die beste Option wäre, doch die meisten Tierheime sind bereits völlig überfüllt. Viele Katzen werden auch einfach ausgesetzt. Herrenlose Stubentiger haben die Selbstversorgung nie gelernt, sind daher häufig unterernährt, leiden unter Wurmbefall und müssen täglich ums Überleben kämpfen. Kastrierte Katzen und Kater sind dagegen durch den verminderten Drang, weite Wege zurück zu legen, weniger durch den Straßenverkehr gefährdet, dem jedes Jahr viele Tiere zum Opfer fallen“ erläutert Prof. Mantel.

Wann ist der beste Zeitpunkt zur Katzen-Kastration?

„Es ist keinesfalls notwendig, bei Katzen eine Rolligkeit abzuwarten. Bei freilaufenden Katzen kann dann bereits eine ungewollte Trächtigkeit eintreten. Kätzchen werden meist mit rund 3 bis 4 Monaten kastriert. Es geht aber auch schon mit 6 bis 12 Wochen. Beim Kater hängt der frühste Kastrationszeitpunkt stärker von der körperlichen Entwicklung ab und ist in der Regel mit 5 bis 6 Monaten erreicht. Die Entscheidung des richtigen Zeitpunktes sollte individuell mit Ihrer Tierärztin/Ihrem Tierarzt nach Untersuchung der Katze/des Katers getroffen werden“ empfiehlt Prof. Mantel.

Welche Kosten kommen auf mich zu?

„Bei Katern kostet eine unkomplizierte Kastration mindestens 60 Euro zzgl. Mehrwertsteuer. Bei weiblichen Katzen kostet eine unkomplizierte Kastration mindestens 92 Euro zzgl. Mehrwertsteuer. Der genaue Preis hängt von der körperlichen Verfassung Ihres Tieres, der angewandten Narkosetechnik, Verbrauchsmaterialien und den evtl. nötigen Zusatzuntersuchungen ab.“ „Lassen Sie sich von Ihrer Tierärztin/Ihrem Tierarzt über Vorteile und Risiken der Operation beraten und die voraussichtlichen Kosten kalkulieren. Die Gebühren für tierärztliche Leistungen sind in der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) geregelt.“
„Unsere Haustiger können heute ein Lebensalter von 17 bis 20 Jahren erreichen. Somit sind Kastration, Kennzeichnung und Registrierung eine sinnvolle, langfristige Investition und die beste Art von praktiziertem Tierschutz“ unterstreicht Prof. Mantel.

Hinweis: Bei Tierarztkosten fällt immer noch die Mehrwertsteuer an!

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