Informationen rund ums Tier

 

Verletzte Fundtiere

Rechtzeitige Meldung entscheidet darüber, wer die Kosten trägt

Findet man auf der Straße ein verletztes Tier, das offensichtlich ohne Halter ist, hilft man ihm und bringt es wahrscheinlich zum Tierarzt. Es ist nur zu verständlich, dass sich in dieser nicht alltäglichen Situation kaum jemand über die möglichen finanziellen Konsequenzen Gedanken macht. Noch weniger darüber, dass ein Fundtier meldepflichtig ist. Und zwar unverzüglich. Soll heißen, noch vor dem Besuch beim Tierarzt!

Die Reihenfolge, nämlich erst Fundmeldung und dann Tierarzt, entscheidet darüber, ob man als Finder auf den Tierarztkosten sitzen bleibt oder nicht und ob man sich wegen Unterschlagung einer Fundsache strafbar macht. Um ein Fundtier handelt es sich, wenn sich das Tier verirrt hat bzw. dem Besitzer dauerhaft entlaufen ist oder wenn das Tier verloren gegangen und der Besitzer unbekannt ist.

Im Gegensatz dazu gehören herrenlose Tiere niemandem. Dies ist bei Wildtieren der Fall oder bei Tieren, an denen der Eigentümer sein Eigentum durch z. B. Aussetzen aufgegeben hat. Die Unterscheidung, ob es sich bei dem gefundenen Tier nun um ein Fundtier oder ein herrenloses Tier handelt, ist im Einzelfall sehr schwierig. Für die Übernahme der Tierarztkosten aber ist die Unterscheidung ausschlaggebend, da die Gemeinden sich nur um Fundtiere nicht aber um herrenlose Tiere kümmern müssen.

Da das Aussetzen und unversorgte Zurücklassen eines Tieres gemäß §3 Nr. 3 Tierschutzgesetz verboten und mit einem Bußgeld bis 25.000,- Euro belegt ist, geht man zu Gunsten des Eigentümers im Zweifelsfall davon aus, dass es sich um ein Fundtier handelt, bis das Gegenteil bewiesen ist. Gemäß §965 BGB ist der Finder verpflichtet, unverzüglich Anzeige beim Eigentümer oder wenn der unbekannt ist, bei der zuständigen Behörde zu erstatten. Zuständige Behörde ist zunächst das Fundbüro bei der jeweiligen Gemeinde bzw. Stadt, in der das Tier gefunden wurde. Alternativ kann das Tier auch im Tierheim abgegeben werden und das Tierheim übernimmt dann die Fundanzeige.

Außerhalb der Öffnungszeiten des Amtes oder des Tierheims ist die Polizei, Telefon 110, zuständig, die die Fundtieranzeige aufnehmen muss!
Erst danach sollte man mit einem verletzten Fundtier zum Tierarzt fahren, da die Gemeinde die Kostenübernahme sonst verweigern kann, weil der Status „Fundtier“ noch nicht eingetreten war.

 

 

 

Tierquälerei im überhitzten Fahrzeug

Von Jens Wolters

Oft werden Hunde gedankenlos im geschlossenen Fahrzeug zurückgelassen. Den wenigsten Tierfreunden ist bewusst, welche lebensbedrohliche Situation für den Vierbeiner entstehen kann und welche medizinischen Abläufe unter Umständen zum sofortigen Tode eines Hundes führen können, wenn er im überhitzten Innenraum eines Fahrzeugs gefangen ist.
Nicht nur im Hochsommer, sondern im gesamten Zeitraum von April bis September, wenn die Außentemperatur an einzelnen Tagen schon mal die 25°C – Marke überschreitet, kann das unüberlegte Zurücklassen im geschlossenen Fahrzeug einen Vierbeiner in größte Lebensgefahr bringen.

Bei einer Außentemperatur von 30°C im Schatten kann die Lufttemperatur in einem geschlossenen Fahrzeug schnell auf über 45°C ansteigen. Im vorderen Bereich des Innenraums können in Kopfhöhe bis zu 60°C, im hinteren Sitzbereich etwa 55°C und im Fußraum immerhin noch bis zu 50°C Lufttemperatur entstehen. Bei direkter Sonneneinstrahlung kann die Oberflächentemperatur von Lenkrad und Armaturenbrett sogar Werte von bis zu 100°C erreichen.

Diese Temperaturen können bei einem abgestellten Fahrzeug bereits nach 45 Minuten erreicht werden.
In solchen Situationen ist es nicht ausreichend, wenn das Fenster zur Belüftung einen kleinen Spalt weit geöffnet bleibt. Diese Maßnahme führt zu keiner bemerkenswerten Verringerung der Innentemperatur im Fahrzeug.

Können Hunde schwitzen?

Der Hund gehört als Säugetier zu den warmblütigen Tieren und ist stets bestrebt, seine Körpertemperatur – die bei einem gesunden Hund im Höchstfall bei 38,5°C liegt – im Rahmen enger Grenzen möglichst konstant zu halten. Aufgrund der Tatsache, dass der Hund kaum über Schweißdrüsen verfügt, nutzt er andere Methoden um seine Körpertemperatur zu senken.
Durch Strahlung ist die Abgabe der Körperwärme nur effektiv, wenn die Umgebungstemperatur geringer als die Körpertemperatur ist. Ist dies – wie z.B. in einem geschlossenen Fahrzeuginnenraum – nicht der Fall, so nimmt der Tierkörper zusätzliche Wärme auf.

Eine Wärmeübertragung durch Leitung entsteht bei direktem Kontakt mit einem kühlen Untergrund, an den die Wärme abgegeben werden kann.

Mit dem Prinzip der Konvektion geschieht der Abtransport der erwärmten Luft von der Haut über den Auftrieb, den die warme Luft erfährt. Dies funktioniert jedoch auch nur, wenn die Umgebungstemperatur geringer als die Körpertemperatur ist.
Diese drei im Verhältnis mit geringer Körperenergie verbundenen Methoden zur Abgabe von Körperwärme zeigen bei einem im überhitzten und vollständig geschlossenen Fahrzeug eingesperrten Hund jedoch kaum Wirkung.
Somit bleibt für den Hund nur die energieaufwendigste Methode, das so genannte „Wärmehecheln“, wobei die Wärmeabgabe durch eine Wasserverdunstung durchgeführt wird.

Beim Hecheln des Hundes wird die Atmungsfrequenz von normalerweise 10 bis 30 Atemvorgängen pro Minute auf 130 bis maximal 400 erhöht. Das Atemminutenvolumen kann dabei von 2 Liter bis auf 50 Liter zunehmen, wobei eine Wasserverdunstung von 200 Gramm pro Stunde erreicht werden kann. Im geschlossenen Fahrzeug führt diese vom Hund abgegebene Wassermenge zu einem Anstieg der Luftfeuchtigkeit, was unter Umständen am Kondenswasser der von innen beschlagenen Scheiben gut zu erkennen sein dürfte. Je länger diese Situation andauert, umso weniger effektiv verläuft die Verdunstung.

Wenn der Kreislauf beim Hund versagt

Die thermisch neutrale Zone – also der Temperaturabschnitt, in dem die Stoffwechselvorgänge konstant sind und auf einem Minimum ablaufen – liegt für den Hund bei einer Umgebungstemperatur von 20 – 25°C. Sollte die Körpertemperatur des Hundes über die normalen 38°C hinaus ansteigen, so kann es bereits bei 41°C zu Funktionsstörungen im Nervensystem und bei 44°C zum Tode des Tieres kommen. Bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit kann das Tier bereits bei 40°C verenden.

Manchmal tritt der Tod bereits vor Erreichen dieser Körpertemperatur infolge eines Kreislaufversagens (Kollaps) ein, der aus der ungewohnten Stresssituation, bedingt durch einen starken Selbsterhaltungstrieb, resultiert.

Das andauernde Wärmeempfinden verleitet den Hund dazu ein kühleres und schattiges Plätzchen aufzusuchen, was jedoch in einem geschlossenen Wagen ziemlich aussichtslos erscheint. Der Hund kann zusätzlich nicht einschätzen, wie lange diese für ihn immer ungünstigere Situation anhält und unternimmt instinktiv immer größere körperliche Anstrengungen.

Die Symptome der Hyperthermie

Bei einer warmen Umgebungstemperatur erweitern sich die Blutgefäße und die Haut wird stärker durchblutet. Um den Blutdruck trotzdem konstant zu halten werden die Herzfrequenz und das Schlagvolumen ebenfalls gesteigert. An dieser Stelle kann noch nicht von einem Leiden des Tieres gesprochen werden.

Sollte diese Hitzeeinwirkung jedoch längere Zeit andauern, kann das Schlagvolumen trotz hohem Pulsschlag absinken und zum Kollaps führen. Die Symptome dieser sogenannten Hyperthermie erkennt man am Hund an Ermattung, Apathie, stark erhöhter innerer Körpertemperatur, Rötung der Schleimhäute, beschleunigter Herztätigkeit und schwachem Puls. Dauert dieser Zustand länger an, so kann es auch zu Aufregungserscheinungen, Krämpfen, Bewusstlosigkeit und schließlich sogar zum Tod des Tieres kommen, der sofort oder erst nach Stunden oder Tagen eintreten kann.

Hunde, die einmal einem solchen Hitzestress ausgesetzt waren und überlebt haben, steigen oft über eine längere Zeit nicht mehr freiwillig in ein Fahrzeug ein.

Nach dem Tierschutzgesetz kann das andauernde Erleben eines Hundes, der 90 Minuten in einem etwa 45°C heißen Fahrzeuginnenraum saß, als erhebliches Leiden eingestuft, somit als Verstoß gegen das Tierschutzgesetz gesehen und mindestens als Ordnungswidrigkeit mit einem Bußgeld geahndet werden.

Maßgeblich erscheint, dass die durch physiologische Veränderungen im Körper des Tieres entstandenen Leiden bereits dann auftreten, wenn noch keine bleibenden Schäden am Tier zu beobachten sind.

Wie verhält man sich im Notfall?

Wer bei hohen Temperaturen einen Hund im geschlossenen Fahrzeug entdeckt, der bereits die zuvor beschriebenen Anzeichen einer Hyperthermie zeigt, sollte umgehend die Polizei über den Notruf 110 oder den zuständigen Tierschutzverein oder Tierrettungsdienst verständigen.

Sicherheitshalber sollten aus solchen Situationen befreite Tiere umgehend von einem Tierarzt untersucht werden.
Wahre Tierfreunde sind bei hohen Außentemperaturen stets bemüht, ihrem geliebten Vierbeiner jeden unnötigen Aufenthalt im Fahrzeug und ein damit verbundenes Risiko zu ersparen. Lange Urlaubsfahrten in der warmen Jahreszeit in Begleitung eines Hundes sollten deshalb vorher gründlich durchdacht werden.

Wenn es keine andere Möglichkeit gibt, als das Tier im Auto mitzunehmen, sollten beim Abstellen des Fahrzeugs – als einzige wirksame Schutzmaßnahme – zwei Fenster vollständig geöffnet und diese durch ein eingesetztes Gitter oder Netz gesichert werden. Trotzdem darf der Hund keine Möglichkeit bekommen, sich unbeaufsichtigt selbst aus dem Fahrzeug zu befreien und eine ordnungsgemäße Sicherung des Fahrzeugs gegen Diebstahl muss ebenfalls gewährleistet sein.
Mit freundlicher Unterstützung der Tierschutz-Stiftung Wolfgang Bösche, Gebrüder-Grimm-Straße 46, 38124 Braunschweig

 

 

Gefahren für Haustiere

Schokolade: Für Hunde eine tödliche Gefahr!

Denn was beim Menschen eher Probleme auf den Hüften verursacht, kann für Hunde tödlich sein.
Speziell der Hund ist durch Kakaoprodukte erheblich gefährdet, da sie die Wirkstoffe Theobromin und Koffein enthalten.

Katzenkiller Teebaumöl!

Teebaumöl kann für Katzen tödlich sein.
Doch was für Menschen gut ist, kann für Tiere tödlich sein.
Die häufigste Ursache: Teebaumöl wird von Frauchen oder Herrchen bei Katzen gegen Flöhe eingesetzt.
Darum fragen Sie vor der Anwendung alternativer Heilmittel unbedingt ihren Tierarzt.

Rauchen gefährdet ihre Katzen!

„Rauchen schadet Ihrer Gesundheit…“ – das sollte mittlerweile wohl jedem bekannt sein.

Passiv rauchende Katzen erkranken doppelt so häufig an Krebs wie ihre Artgenossen, die in einem Nichtraucherhaushalt leben.
Lassen Sie sich durch Ihren Tierarzt beraten.

 

 

Katzenschnupfen

Von Vereinstierarzt Siegfried Finke

Krankheitserreger

Unter dem Begriff Katzenschnupfen werden ursächlich unterschiedlich aber hinsichtlich der Krankheitsanzeichen ähnlich verlaufende Infektionen der Katze zusammengefasst. Die Bezeichnung Katzenschnupfen suggeriert beim Laien – in Anlehnung an den Schnupfen des Menschen – meist eine leichte, nicht immer behandlungsbedürftige Erkrankung. Dies ist grundlegend falsch.

Der Katzenschnupfen ist eine lebensgefährliche Infektionskrankheit.

An dem Katzenschnupfenkomplex können mehrere Erreger beteiligt sein:
Viren: Felines Herpesvirus, Felines Calicivirus, Picornaviren, Retroviren und Parainfluenzaviren
Bakterien: Chlamydien und Mykoplasmen

Infektionsquellen und Übertragung

Infektionsquelle sind ausscheidende Katzen. Die Übertragung erfolgt durch das Einatmen der Erreger (Tröpfcheninfektion) und wird in geschlossenen Räumen (Ausstellungshallen, Pensionsräume etc.) durch Luftgebläse und Klimaanlagen begünstigt.
Eine weitere Übertragungsquelle ist auch der Mensch (Schuhsohlen, Kleidung, Hände, Verwendung von Gegenständen, die mit dem Virus in Berührung gekommen sind, wie Katzenkörbe, Futter- und Wassernäpfe etc.).

Darum sind Katzen die ausschließlich in der Wohnung gehalten werden genauso gefährdet wie Freigänger.

Empfängliche Arten

Obwohl (ungeimpfte) Katzen jeden Alters erkranken können, sind Katzenbabys besonders gefährdet. Ebenfalls stark gefährdet sind Katzen in Tierpensionen, Kliniken, Tierheimen und Katzen mit Auslauf. Ein Wurmbefall führt zu einer Überlastung des Immunsystems und begünstigt somit das Ausbrechen der Erkrankung.

Krankheitsanzeichen

Die Krankheit beginnt mit tränenden Augen, klarem, wässrigem Nasenausfluss, leichtem Appetitmangel, Niesen und eventuell leichtem Fieber. Was zunächst so „harmlos“ beginnt wird bald mit sehr ernsten Symptomen fortgeführt: eitriger Nasen- und Augenausfluss, schmerzhafte, blutige Geschwüre in der Nase und im Mund, hohes Fieber, totale Futterverweigerung (wegen der Geschwüre kann das Futter nicht mehr abgeschluckt werden) und starker Gewichtsverlust.
In den Geschwüren siedeln sich Bakterien an und komplizieren das Krankheitsbild zusätzlich. Bei Katzenbabys verkleben zudem die Augen sehr schnell und es bildet sich Eiter, der das Auge zerstört.
Unbehandelt führt die Erkrankung zum Tode des Tieres.

Behandlungsmöglichkeiten

Mit Immunserum (Feliserin® IDT GmbH) ist eine gezielte Behandlung (Antikörper gegen Antigen) möglich. Ohne Infusion hat das Tier kaum eine Überlebenschance. Weiter Einzelheiten werden aufgrund der Komplexität des Themas hier nicht weiter aufgeführt. Zusammen mit anderen flankierenden Maßnahmen (z.B. kortisonhaltige Augensalbe) werden bei erwachsenen Katzen gute Erfolge erzielt.
Extrem wichtig, ist nach unseren eigenen Erfahrungen, die frühzeitige Behandlung mit Immunserum.
Wenn die Krankheit schon weit fortgeschritten ist, kann aber auch die beste Therapie versagen (zumindest aber sehr lange dauern) vor allem bei Katzenwelpen!

Vorsorge

Grundimmunisierung der Mutter und der Welpen und Wiederholen der Schutzimpfung alle 12 Monate.
Die Impfung gegen Katzenschnupfen ist zwar verlässlich, jedoch nur gegenüber den Erregern, die im Impfstoff enthalten sind (es sind in keinem Impfstoff alle Erreger enthalten!). Bei hohem Infektionsdruck (Teilnahme an Ausstellungen, Pensionsaufenthalt, Klinikaufenthalt) kann eine Infektion auch bei richtig geimpften Katzen nicht absolut ausgeschlossen werden. Aus diesem Grund kann vor der Teilnahme an Ausstellungen oder vor einem Pensionsaufenthalt die Katze zusätzlich durch ein Serum vor einer Ansteckung geschützt werden. Zu diesem Zweck wird Feliserin® ca. 2-3 Tage vor dem Termin verabreicht. Das Serum schützt die Katze für einen Zeitraum von ca. 2 Wochen vor Katzenseuche und Katzenschnupfen.
Nach einer Behandlung mit Feliserin® soll die Katze ca. 1-2 Wochen lang nicht gegen Katzenschnupfen geimpft werden. Der Impferfolg gegen Katzenseuche (Panleukopenie) wird hingegen nicht beeinträchtigt.

Noch ein Wort zum Impfen:
Immer wieder hören wir von Tierhaltern: „Wir lassen nicht impfen, weil wir gehört haben, das Impfen so viele Nebenwirkungen hat. Von Abszessen bis zu tödlich verlaufenden Reaktionen auf die Impfung wird berichtet.“
Mag sein, dass es solche Ereignisse gegeben hat.
Wir haben in den letzten Jahren tausende Hunde und Katzen impfen lassen, in keinem Fall hatten wir solche Nebenwirkungen.
Wohl hatten wir viele Hunde und Katzen die an schweren Virusinfektionen erkrankt waren und teilweise qualvoll gestorben sind. Alle diese Tiere waren nicht geimpft.

Eigene Erfahrungen

Wir impfen (Seuche, Schnupfen und Chlamydien als Kombi) zweimal im Abstand von 3 bis 4 Wochen und dann jährlich. Über die jährliche Impfung kann man geteilter Meinung sein und es wird auch viel diskutiert. Wir werden wegen unseren eigenen Erfahrungen weiter jährlich impfen und lassen uns auch davon nicht abbringen.

Darum bitten wir alle Tierhalter lassen Sie alle Ihre Tiere impfen und zwar regelmäßig.

Denken Sie daran:
Die beste Vorbeugung ist die Impfung, sie ist einfach und kostengünstig. Eine Erkrankung ist grausam, wenn nicht tödlich und die Behandlung ist sehr teuer.
Vor allen denken Sie an das Leiden der Tiere.
Lassen Sie sich durch Ihren Tierarzt beraten.

 

 

Katzenseuche

Von Vereinstierarzt Siegfried Finke

Krankheitserreger

Die Erkrankung ist sehr ansteckend und wird durch ein kleines Virus, das Parvovirus, verursacht. Pavoviren gehören zu den widerstandsfähigsten Viren überhaupt, überleben sehr lange (Monate bis Jahre) in der Umgebung und können nur durch wenige Desinfektionsmittel unschädlich gemacht werden. Das Hunde-Parvovirus ist eng mit dem Katzen-Parvovirus verwandt, hat aber andere biologische Eigenschaften und ist unter natürlichen Bedingungen für Katzen nicht ansteckend. In nicht geimpften Katzenpopulationen verursacht das feline Panleukopenievirus eine schwere Erkrankung mit häufig tödlichen Folgen.

Infektionsquellen und Übertragung

Das sehr ansteckungsfähige Virus wird in großen Mengen von erkrankten Katzen über alle Ausscheidungen (Speichel, Nasenausfluss, Tränenflüssigkeit, Kot, Harn) abgegeben. Die Übertragung kann direkt von Katze zu Katze geschehen, wichtiger ist jedoch die indirekte Übertragung.

Eine wichtige Übertragungsquelle ist der Mensch (Schuhsohlen, Kleidung, Hände) und Gegenständen, die mit dem Virus in Berührung gekommen sind (wie Katzenkörbe, Futter- und Wassernäpfe etc.).
Damit stellt dieses Virus eine ständige Bedrohung für ungeimpfte Katzen dar.
Deshalb sind – genau wie beim Katzenschnupfen – auch diejenigen Tiere gefährdet, welche vorwiegend oder ausschließlich in Wohnungen gehalten werden.

Krankheitsanzeichen

Die Symptome der Katzenseuche können variieren, von leichter Appetitlosigkeit mit anschließender Erholung, bis hin zum Auftreten von hohem Fieber, schwerer Apathie, starkem Erbrechen, wässrig-blutigem Durchfall und Tod innerhalb weniger Stunden oder Tage.

Manchmal treten nach einer Ansteckung die Symptome so schnell und mit einer solchen Heftigkeit auf, dass diese oftmals mit Vergiftungserscheinungen verwechselt werden. Jeder Tag, der dann mit Abwarten ohne tierärztliche Behandlung vergeht, verschlechtert die ohnehin geringen Heilungsaussichten.
80 bis 90% der erkrankten Katzen fallen der Katzenseuche zum Opfer und sterben einen grauenvollen Tod.

Behandlungsmöglichkeiten

Mit Immunserum (Feliserin® IDT GmbH) ist eine gezielte Behandlung (Antikörper gegen Antigen) möglich.
Die begleitende Behandlung richtet sich auf das Entgegenwirken der Entwässerung der Körpers und auf die Verhinderung bakterieller Begleitinfektionen mit nicht immunsuppressiven Antibiotika.

Weiter Einzelheiten werden aufgrund der Komplexität des Themas hier nicht weiter aufgeführt. Zusammen mit anderen flankierenden Maßnahmen werden bei erwachsenen Katzen gute Erfolge erzielt.
Extrem wichtig, ist nach unseren eigenen Erfahrungen, die frühzeitige Behandlung mit Immunserum.
Auch bei der Katze (genau wie beim Hund) kann die Diagnose mit Hilfe eines Tests (Kotprobe) gesichert werden.

Vorsorge

Die vorbeugende Schutzimpfung der Katze ist die verlässlichste Behandlungsmethode und der beste Schutz.

Eigene Erfahrungen

Wir impfen (Seuche und Schnupfen als Kombi) zweimal im Abstand von 3 bis 4 Wochen und dann jährlich. Über die jährliche Impfung kann man geteilter Meinung sein und es wird auch viel diskutiert. Wir werden wegen unseren eigenen Erfahrungen weiter jährlich impfen und lassen uns auch davon nicht abbringen.

Katzenbabys sind besonders gefährdet und sterben teilweise schon nach Stunden. Auch hier haben wir unsere eigene Erfahrung gemacht, es gab Jahre da sind uns in wenigen Tagen alle Katzenbabys gestorben. Hilflos mussten wir dem elenden Sterben zusehen. Seit wir ein eigenes Vorsorgeprogramm entwickelt haben und dieses konsequent anwenden, haben keine Verluste mehr durch Katzenseuche oder Katzenschnupfen. Wir spritzen Katzenbaby mit 3 Wochen 2ml Feliserin, mit 5 Wochen impfen wir nur gegen Seuche, mit 8 Wochen impfen wir Seuche und Schnupfen und mit 12 Wochen impfen wir nochmals Seuche und Schnupfen.

Katzenbabys ohne Muttertier werden nach Zugang mit 2ml Feliserin und dann nach unserem Vorsorgeplan behandelt.
In Beständen, in denen die Krankheit in den letzten 2 Jahren aufgetreten ist, sollten die Katzen, öfter geimpft werden. Vor jeder Teilnahme an Ausstellungen oder vor einem Pensionsaufenthalt (ca. 4 Wochen vor dem Termin) sollte die Katze erneut geimpft werden, wenn die letzte Impfung länger als 8 Monate zurückliegt. Sicherheitshalber kann auch eine „richtig“ geimpfte Katze zusätzlich durch ein Immunserum vor einer Ansteckung geschützt werden. Zu diesem Zweck wird Feliserin® ca. 2-3 Tage vor Ausstellungsbeginn oder Abgabe in eine Tierpension verabreicht. Das Serum schützt die Katze für einen Zeitraum von ca. 2 Wochen vor einer Infektion mit dem Katzenseuche- und Katzenschnupfenerreger.

Nach einer Behandlung mit Feliserin® soll die Katze ca. 1-2 Wochen lang nicht gegen Katzenschnupfen geimpft werden.
Der Impferfolg gegen Katzenseuche (Panleukopenie) wird hingegen nicht beeinträchtigt.
Deshalb kann zum Schutz vor Katzenseuche eine Simultanverabreichung von Immunserum und Seuchenimpfstoff sinnvoll sein.

Noch ein Wort zum Impfen:

Immer wieder hören wir von Tierhaltern: „Wir lassen nicht impfen, weil wir gehört haben, das Impfen so viele Nebenwirkungen hat. Von Abszessen bis zu tödlichverlaufenden Reaktionen auf die Impfung wird berichtet.“

Mag sein, dass es solche Ereignisse gegeben hat. Wir haben in den letzten Jahren tausende Hunde und Katzen impfen lassen, in keinem Fall hatten wir solche Nebenwirkungen. Wohl hatten wir viele Hunde und Katzen die an schweren Virusinfektionen erkrankt waren und teilweise qualvoll gestorben sind. Alle diese Tiere waren nicht geimpft.

Eigene Erfahrungen

Wir impfen (Seuche, Schnupfen und Chlamydien als Kombi) zweimal im Abstand von 3 bis 4 Wochen und dann jährlich. Über die jährliche Impfung kann man geteilter Meinung sein und es wird auch viel diskutiert. Wir werden wegen unseren eigenen Erfahrungen weiter jährlich impfen und lassen uns auch davon nicht abbringen.

Darum bitten wir alle Tierhalter lassen Sie alle Ihre Tiere impfen und zwar regelmäßig.

Denken Sie daran:
Die beste Vorbeugung ist die Impfung, sie ist einfach und kostengünstig.
Eine Erkrankung ist grausam, wenn nicht tödlich und die Behandlung ist sehr teuer.
Vor allen denken Sie an das Leiden der Tiere.

Lassen Sie sich durch Ihren Tierarzt beraten.

 

 

Leukose (Katzenleukämie)

Von Vereinstierarzt Siegfried Finke

Die Leukose ist eine der wichtigsten Infektionskrankheiten der Katze (wenn nicht die wichtigste überhaupt).
Leukose ist die häufigste tödliche Infektionskrankheit; Jeder 6. Todesfall bei Katzen wird durch Leukose verursacht.
Die FeLV-Infektion ist bei Hauskatzen weltweit verbreitet.

Krankheitserreger

Der Erreger ist das Feline Leukosevirus (abgekürzt FeLV).

Infektionsquellen und Übertragung

Infektionsquelle sind Virenausscheidende erkrankte oder auch klinisch gesunde Katzen. Katzen infizieren sich überwiegend durch den direkten Kontakt, wobei der Speichel die Hauptinfektionsquelle ist. Eintrittspforte ist die Schleimhaut der Mund- und Nasenhöhle. Zunächst vermehrt sich das Virus in der Schleimhaut und im lokalen lymphatischen Gewebe und gelangt dann mit infizierten Blutzellen ins Knochenmark, wo es sich rasch vermehrt. Anschließend werden virusbeladene Blutteilchen ins Blut entlassen und es kommt zur Virämie. Das Virus befällt so die Gewebe von Rachen, Speiseröhre, Darm, Blase und Speicheldrüsen, wodurch es in diesen Organen zur Virusausscheidung kommt.
Das FeLV ist in der Außenwelt sehr labil; auch gegenüber normalen Haushaltsreinigern ist es höchst empfindlich.
Bei Raumtemperatur verliert es seine Infektiosität innerhalb von wenigen Minuten.

Empfängliche Arten

Empfänglich sind Katzen jeden Alters.
Die FeLV-Infektion ist auf Vertreter der Familie der Katzen beschränkt, andere Tiere und der Mensch sind nicht gefährdet.

Krankheitsanzeichen

Das klinische Bild ist außerordentlich vielseitig.
Die meisten Katzen entwickeln eine ausreichende Immunantwort und zeigen keine klinischen Symptome.
Nur ein kleiner Teil der Tiere, nämlich die, die eine ungenügende Immunantwort zeigen, erkranken.
Die Krankheitsanzeichen sind äußerst vielfältig: Mattigkeit, Gewichtsabnahme, Geschwülste oder Durchfall können genauso auf das Vorliegen einer Leukose hindeuten wie Zahnfleischentzündungen, Schweratmigkeit, Fruchtbarkeitsstörungen, Hautprobleme oder Verstopfung. Ob und wie lange eine Virämie bestehen bleibt, hängt von vielen individuellen Faktoren ab, die im Einzelfall nicht immer erkennbar sind.

Bekannt ist, dass das Alter und die Haltungsbedingungen eine große Rolle spielen. Besonders junge Tiere sind für eine FeLV-Infektion sehr empfänglich, während mit zunehmendem Alter die Infektionsgefahr deutlich sinkt, auch wenn Kontakt mit Virusausscheidern besteht. Ähnliches gilt für die Haltungsbedingungen: Einzeln gehaltene Katzen werden nur selten infiziert, während Katzen, die in Kollektiven zusammen mit Virusträgern gehalten werden häufiger infiziert werden und auch bleiben.
Wenn die Katze die Infektion überwunden hat, bleibt das Virus bis zur endgültigen Elimination vermutlich noch unterschiedlich lange Zeit in latenter Form vorhanden, ist aber mit den üblichen Methoden nicht mehr nachweisbar.

In diesem Zustand kann die Infektion wahrscheinlich durch eine Schwächung des Immunsystems reaktiviert werden.
Der genaue Mechanismus dieses Phänomens ist noch nicht bekannt.
Sicher kann die Leukose nur durch einen Bluttest diagnostiziert werden.

Man schätzt das drei von vier Katzen harmlose Verläufe der Infektion erleben, die kaum bemerkt werden.

Behandlungsmöglichkeiten

Katzenleukose ist unheilbar. Eine Therapie erkrankter Katzen ist nicht möglich.
Die Behandlung kann nur symptomatisch erfolgen und versuchen, die Leiden des Tieres zu lindern.
Eine klinisch an Leukose erkrankte Katze sollte eingeschläfert werden.

Vorsorge

Für eine Impfung stehen verschiedene Impfstoffe zur Verfügung.
Der Impfplan sieht bei allen Impfstoffen zwei Impfungen im Abstand von ca. 4 Wochen (ab der 9. Lebenswoche)
und eine jährliche Wiederholungsimpfung vor.
Alle Hersteller empfehlen, nur Katzen zu impfen, die gesund sind und ein negatives FeLV-Testergebnis haben.
Lassen Sie sich durch Ihren Tierarzt beraten.

 

 

Katzen-AIDS FIV

Von Vereinstierarzt Siegfried Finke

Krankheitserreger

Der Erreger der Immunschwäche der Katze ist – wie das AIDS-Virus des Menschen – ein Virus aus der Familie der Retroviren. Wie beim Menschen auch, bevorzugt (und zerstört) das Virus bestimmte Zellen des Immunsystems (T-Lymphozyten).

Infektionsquelle und Übertragung

Das Virus der Katzenimmunschwäche wird hauptsächlich durch Beißen und Kratzen auf andere Katzen Übertragen. Dies erklärt auch, warum ältere Katzen häufiger erkranken – sie waren in ihrem Leben häufigen Kämpfen ausgesetzt. Ein weiterer Infektionsweg ist – wie bei der Immunschwäche AIDS des Menschen – der Deckakt. Bei der Katze wird das Virus vor allem durch den Nackenbiss bei der Paarung vom Kater auf die Kätzin übertragen.

Eine Übertragung von der Mutter auf die Jungtiere ist zwar möglich, jedoch äußerst unwahrscheinlich. Lediglich in den Fällen, in denen die Virusproduktion im Körper der Mutter ein sehr hohes Maß erreicht, wird eine Übertragung wahrscheinlicher.
Wenn die Infizierte Katze gegenüber den übrigen im Haushalt lebenden Katzen sehr verträglich und friedfertig ist, wird das Virus auf die übrigen Katzen erfahrungsgemäß nicht übertragen. Es sind Katzenpopulationen (Züchterbestände) bekannt, in denen es über viele Jahre zu keiner Übertragung gekommen ist und keine weitere Katze des Bestandes je an FIV erkrankt ist. In solchen Beständen wird eine Übertragung wahrscheinlicher, wenn die nicht infizierten Katzen durch soziale Konflikte oder Stress aus anderen Gründen geschwächt werden.

Obwohl das Virus über Speichel massiv ausgeschieden wird, verliert es in der Außenwelt seine Fähigkeit, andere Katzen zu infizieren. Wenn man also eine Katze an FIV verloren hat, erübrigen sich Desinfektionsmaßnahmen vor der Anschaffung einer neuen Katze.

Empfängliche Arten: Katzen.

Das Virus kann nicht von der Katze auf den Menschen übertragen werden, genau so wie das AIDS-Virus des Menschen nicht auf die Katze übertragbar ist.

Krankheitsanzeichen

Das Krankheitsbild ist von Katze zu Katze sehr unterschiedlich. Dies liegt daran, dass die Immunschwäche die Abwehr gegenüber Infektionen herabsetzt, sodass die Katzen den unterschiedlichsten Krankheitserregern gegenüber schutzlos werden. Die Erreger, die sich dann ungehindert vermehren können, bestimmen auch das jeweilige Krankheitsbild (sog. „Sekundärinfektionen“)
Typische FIV-Symptome gibt es nicht.
Grundsätzlich treten bei mit FIV infizierten Katzen folgende Krankheitsanzeichen auf:
Veränderungen der Mundschleimhaut (sehr häufig, fast bei allen Katzen mit klinischer FIV anzutreffen)
Tumore (sehr häufig)
Lebererkrankungen (im Anfangsstadium selten, später häufiger)
Nierenerkrankungen (häufig, wenn man die Nierentumore berücksichtigt: sehr häufig)
Futterverweigerung (häufig, in fortgeschrittenem Stadium: sehr häufig)
Abmagerung (sehr häufig)
unbeeinflussbares Fieber (häufig)
Schnupfen (häufig)
Haut- und Fellveränderungen (eher selten)
Lungenentzündung (vereinzelt)
Durchfall (wenn man alle Magen- und Darmsymptome berücksichtigt: häufig)
FIP (die Rate der FIP-Erkrankungen erhöht sich bei FIV-infizierten Katzen)
Aufgrund der fehlenden für FIV typischen Krankheitsanzeichen kann aufgrund einer klinischen Untersuchung lediglich eine Verdachtsdiagnose gestellt werden. Eine Infektion kann klinisch weder bestätigt noch ausgeschlossen werden.
Die einzig sichere Diagnose ist der Nachweis der Antikörper im Blut (wie beim Menschen). Mittlerweile gibt es sehr sichere Bluttests auf dem Markt, die in jeder Tierarztpraxis eingesetzt werden können, sodass das Verschicken der Blutproben entfällt.
Die Tests sind sogar dermaßen verlässlich geworden, dass man bei einem negativen Befund mit 100%iger Sicherheit davon ausgehen kann, dass die Katze nicht mit FIV infiziert ist. Im Falle eines positiven Ergebnisses sollte der Test – weil eben so viel davon abhängt – wiederholt werden.

Behandlungsmöglichkeiten

Eine Behandlung der FIV ist zur Zeit nicht möglich. Die Behandlungsmaßnahmen beschränken sich auf die Linderung der Folgen von FIV-Begleiterkrankungen.
Die Prognose ist schlecht, eine Heilung ist nicht möglich.
Bei noch nicht zu stark ausgeprägter Schädigung des Immunsystems können Folgekrankheiten relativ gut eingedämmt werden – für wie lange ist nicht vorherzusagen.
Bei stark ausgeprägter Immunschwäche sind auch diese Maßnahmen sinnlos und verlängern nur das Leiden der betroffenen Katze und ihrer Besitzer.

Vorsorge

Gegen FIV kann man (noch) nicht impfen.
Den bestmöglichen Schutz bietet die Kastration. Kastrierte männliche Tiere werden wesentlich seltener in Revierkämpfe verwickelt, weibliche werden natürlich nicht rollig und dementsprechend auch nicht gedeckt. Einen sicheren Schutz bietet die Kastration jedoch natürlich nicht!
Bei Katzen mit Freigang oder wenn weitere Katzen im Haushalt leben, sollte auf jeden Fall überlegt werden, ob zum Schutz der übrigen die an FIV erkrankte Katze nicht so früh wie möglich eingeschläfert werden soll. Zumindest sollte die Katze isoliert werden, es sei denn, sie ist äußerst friedlich und anderen Katzen gegenüber sehr verträglich.
Auf keinen Fall sollten infizierte Katzen draußen frei herumlaufen dürfen.

Gegenüber Artgenossen weniger verträgliche Katzen, die mit dem Immunschwäche Virus infiziert sind und mit anderen Katzen Kontakt haben, sollten sofort isoliert und rechtzeitig von ihrem Leid erlöst werden.

Lassen Sie sich durch Ihren Tierarzt beraten.

 

 

FIP (Feline Infektiöse Peritonitis)

Von Vereinstierarzt Siegfried Finke
Die ansteckende Brust- und Bauchfellentzündung der Katze (FIP, feline infektiöse Peritonitis) ist eine Katzenkrankheit, die durch sog. Coronaviren verursacht wird.

Coronaviren führen bei der Katze normalerweise zu einer harmlosen Darminfektion. Coronaviren sind weltweit verbreitet. Mehr als 50 % aller Katzen scheiden Coronaviren aus (hauptsächlich über den Kot) oder haben Antikörper gegen sie. Viele Tiere sind dabei völlig gesund.

Die „harmlosen“ Coronaviren vermehren sich im Dünndarm. Diese Infektion verläuft meist ohne Krankheitserscheinungen oder mit leichten Durchfällen. Die „harmlosen“ Coronaviren werden durch infizierten Kot oder Speichel übertragen. Es gibt aber viele Katzen, die sich mit dem Darmvirus infizieren ohne jemals krank zu werden.

Bei ca. 5 % der mit Coronaviren infizierten Katzen verändert sich im Darm die Erbinformation (Mutation) der Coronaviren und es entsteht das VIP-Virus mit geänderten Eigenschaften. Die FIP ist eine Infektionskrankheit, die nicht sicher nachgewiesen werden kann und für die keine Behandlungsmöglichkeiten bekannt sind. Mit Hilfe des sog. „FIP-Tests“, bei dem der Katze eine kleine Menge Blut abgenommen wird, kann untersucht werden, ob die Katze schon einmal Kontakt zu Coronaviren hatte. Die Bezeichnung „FIP-Test“ ist eigentlich irreführend, da das „harmlose“ Coronavirus und das „FIP-Virus“ mit diesem Test nicht zu unterscheiden sind.

Das „FIP-Virus“ selbst kann, nach heutigem Informationsstand, nicht übertragen werden, sondern nur das Coronavirus.
Am häufigsten erkranken junge Katzen bis zu zwei Jahren und ältere Tiere ab 14 Jahren. Auch trägt eine Immunschwäche, wie bei Katzen-AIDS (FIV), großer Stress oder bei sehr geschwächten Katzen (andere Erkrankungen oder Ausgezehrtheit durch Futtermangel usw.) zur Erkrankung bei. Das „FIP-Virus“ verlässt den Darmtrakt und wird über das Blut in alle inneren Organe transportiert. Eine Ausscheidung des „FIP-Virus“ mit dem Kot ist bis heute nicht nachgewiesen worden.

FIP äußert sich im ersten Stadium oft in Form von Fieber, Appetitmangel, Müdigkeit und leichten Atembeschwerden. Nach Abklingen der Symptome kann es unterschiedliche Zeit später zum zweiten Stadium der Erkrankung kommen. Hierbei unterscheidet man dann eine sog. „feuchte Form“ der FIP, die in typischen Fällen mit einer Bauchwassersucht einhergeht. So erkrankte Katzen sind am ganzen Körper abgemagert, haben aber einen dicken, flüssigkeitsgefüllten Bauch. Auch in der Brusthöhle können solche Flüssigkeitsansammlungen vorkommen.

Bei der anderen, sog. „trockenen Form“ der FIP kommt es zu einer Entzündung der inneren Organe (Leber, Niere, Milz usw.) mit Fieberschüben und teilweise Atembeschwerden. Weil hier die typischen Flüssigkeitsansammlungen fehlen, ist die Diagnose wesentlich schwieriger als bei der feuchten Form. Es können auch Mischformen beider Verlaufsformen der FIP auftreten.

Eine einmal ausgebrochene FIP ist nicht heilbar. Die meisten Katzen sterben innerhalb kurzer Zeit nach dem ersten Auftreten klinischer Symptome. Eine Behandlung der Symptome kann das Krankheitsbild mildern, manchmal sogar für wenige Monate.
Bei der eindeutigen Diagnose FIP ist es aber in den meisten Fällen besser, die Katze einzuschläfern, um ihr Leiden nicht unnötig zu verlängern.

Die einzige Möglichkeit ist eine vorbeugende Schutzimpfung. Bei dieser Impfung wird ein spezielles Impfvirus in die Nase geträufelt. Damit wird das Tier an der Eintrittspforte, also dort, wo der erste Kontakt mit dem Coronavirus bei einer Infektion stattfindet, geschützt. Allerdings liegt der Impfschutz im Gegensatz zu allen anderen Impfungen, die einen Impfschutz von über 90 % bis zu 100 % (Tollwut) gewährleisten) nur bei etwa 40 %.

Lassen Sie sich durch Ihren Tierarzt beraten.

 

 

Impfungen bei Katzen

Von Vereinstierarzt Siegfried Finke

Die beste Vorbeugung gegen Viruserkrankungen ist die Impfung, sie ist einfach und kostengünstig.
Eine Erkrankung ist grausam, wenn nicht sogar tödlich und die Behandlung ist sehr teuer. Vor allen denken sie an das Leiden der Tiere. Katzen sollten immer gegen Viruserkrankungen geimpft werden.

Viren sind sehr ansteckungsfähig und werden meistens in großen Mengen von erkrankten Tieren über alle Ausscheidungen (Speichel, Nasenausfluss, Tränenflüssigkeit, Kot, Harn) abgegeben. Die Übertragung kann direkt von Tier zu Tier geschehen, aber eine wichtige Übertragungsquelle ist der Mensch (Schuhsohlen, Kleidung, Hände) und Gegenständen, die mit dem Virus in Berührung gekommen sind (wie Katzenkörbe, Futternäpfe und Wassernäpfe etc.).
Damit stellen Viren eine ständige Bedrohung für ungeimpfte Katzen da.

Sämtliche Viruskrankheiten sind schwer oder nicht behandelbar und führen häufig bei dem erkranktem Tier zum (meistens sehr qualvollen) Tod.

Die vorbeugende Schutzimpfung ist die verlässlichste Behandlungsmethode und der beste Schutz.
Es sollten nur gesunde, parasitenfreie Tiere geimpft werden. Lassen Sie Ihre Katze vor einer Impfung entwurmen!

Wichtig:
Ihr Tierarzt kontrolliert den Gesundheitszustand Ihres Tieres anlässlich der Impfung.

Impfungen bei Katzen:

Sie sollten grundsätzlich jede Ihrer Katzen gegen folgende Infektionskrankheiten impfen lassen:
• Katzenseuche
• Katzenschupfen
• Chlamydien

Die Übertragung dieser Viren kann direkt von Tier zu Tier geschehen, aber eine wichtige Übertragungsquelle ist der Mensch (Schuhsohlen, Kleidung, Hände) und Gegenständen, die mit dem Virus in Berührung gekommen sind (wie Katzenkörbe, Futternäpfe und Wassernäpfe etc.).

Deshalb sind auch diejenigen Katzen gefährdet, welche vorwiegend oder ausschließlich in Wohnungen gehalten werden.

Die Grundimmunisierung besteht aus zwei Impfungen und wird üblicherweise mit
8. Lebenswoche begonnen und in der
12. Lebenswoche wiederholt.
Katzen mit Freigang sollten immer auch gegen Tollwut geimpft werden. Die erste Tollwutimpfung hingegen sollte nicht vor der 12. Lebenswoche erfolgen.
Nachimpfungen sollten jährlich durchgeführt werden, um einen kontinuierlichen Impfschutz zu gewährleisten.

Weiter Impfungen für ihre Katzen sind:
• Leukose
• FIP

Fragen Sie Ihren Tierarzt – er wird Sie gut beraten.

Sie sollten jede Ihrer Katzen impfen lassen.

Noch ein Wort zum Impfen:

Immer wieder hören wir von Tierhaltern: „Wir lassen nicht impfen, weil wir gehört haben, das Impfen so viele Nebenwirkungen hat. Von Abszessen bis zu tödlichverlaufenden Reaktionen auf die Impfung wird berichtet.
Mag sein, dass es solche Ereignisse gegeben hat.
Wir haben in den letzten Jahren tausende Hunde und Katzen impfen lassen, in keinem Fall hatten wir solche Nebenwirkungen. Wohl hatten wir viele Hunde und Katzen die an schweren Virusinfektionen erkrankt waren und teilweise qualvoll gestorben sind. Alle diese Tiere waren nicht geimpft.

Eigene Erfahrungen

Wir impfen (Seuche, Schnupfen und Chlamydien als Kombi) zweimal im Abstand von 3 bis 4 Wochen und dann jährlich. Über die jährliche Impfung kann man geteilter Meinung sein und es wird auch viel diskutiert. Wir werden wegen unseren eigenen Erfahrungen weiter jährlich impfen und lassen uns auch davon nicht abbringen.

Darum bitten wir alle Tierhalter lassen Sie alle Ihre Tiere impfen und zwar regelmäßig.
Sprechen Sie mit ihrem Tierarzt, der wird Sie gut beraten.
Denken Sie daran:
Die beste Vorbeugung ist die Impfung, sie ist einfach und kostengünstig. Eine Erkrankung ist grausam, wenn nicht tödlich und die Behandlung ist sehr teuer.
Vor allen denken Sie an das Leiden der Tiere.

Lassen Sie sich durch Ihren Tierarzt beraten.

 

 

Impfungen beim Hund

Von Vereinstierarzt Siegfried Finke
Die beste Vorbeugung gegen Viruserkrankungen ist die Impfung, sie ist einfach und kostengünstig.
Eine Erkrankung ist grausam, wenn nicht sogar tödlich und die Behandlung ist sehr teuer.
Vor allen denken sie an das Leiden der Tiere.

Hunde sollten immer gegen Viruserkrankungen geimpft werden.

Viren sind sehr ansteckungsfähig und werden meistens in großen Mengen von erkrankten Tieren über alle Ausscheidungen (Speichel, Nasenausfluss, Tränenflüssigkeit, Kot, Harn) abgegeben. Die Übertragung kann direkt von Tier zu Tier geschehen, aber eine wichtige Übertragungsquelle ist der Mensch (Schuhsohlen, Kleidung, Hände) und Gegenständen, die mit dem Virus in Berührung gekommen sind (wie Körbe, Futternäpfe und Wassernäpfe etc.).
Damit stellen Viren eine ständige Bedrohung für ungeimpfte Hunde da.
Sämtliche Viruskrankheiten sind schwer oder nicht behandelbar und führen häufig bei dem erkranktem Tier zum (meistens sehr qualvollen) Tod.

Die vorbeugende Schutzimpfung ist die verlässlichste Behandlungsmethode und der beste Schutz.
Es sollten nur gesunde, parasitenfreie Tiere geimpft werden. Lassen Sie Ihren Hund vor einer Impfung entwurmen!
Wichtig:
Ihr Tierarzt kontrolliert den Gesundheitszustand Ihres Tieres anlässlich der Impfung.

Impfungen bei Hunden:

Sie sollten grundsätzlich jeden Ihrer Hunde gegen folgende Infektionskrankheiten impfen lassen:
• Staupe
• Parvovirose („Katzenseuche“)
• Hepatitis (Ansteckende Leberentzündung)
• Leptospirose
• Tollwut
• Zwingerhusten
• Borreliose
Die Grundimmunisierung besteht aus zwei Impfungen und wird üblicherweise mit
8. Lebenswoche begonnen und in der
12. Lebenswoche wiederholt.
Bei großem Infektionsdruck können Sie Ihren Hund bereits in der 6. Lebenswoche gegen Staupe
und Parvovirose impfen lassen.
Die erste Tollwutimpfung hingegen sollte nicht vor der 12. Lebenswoche erfolgen.
Bedenken Sie auch bitte, dass es Reisebestimmungen für Länder gibt, die Impfungen vorschreiben.
Nachimpfungen sollten jährlich durchgeführt werden, um einen kontinuierlichen Impfschutz zu gewährleisten.
Erwachsener Hund:
Sollte Ihr erwachsener Hund noch keine Grundimmunisierung bzw. gar keinen Impfschutz haben, ist es dafür nie zu spät!
Sie sollten jeden Ihrer Hunde impfen lassen.
Fragen Sie ihren Tierarzt – er wird Sie gut beraten.

Noch ein Wort zum Impfen:

Immer wieder hören wir von Tierhaltern: „Wir lassen nicht impfen, weil wir gehört haben, das Impfen so viele Nebenwirkungen hat. Von Abszessen bis zu tödlichverlaufenden Reaktionen auf die Impfung wird berichtet.“
Mag sein, dass es solche Ereignisse gegeben hat.
Wir haben in den letzten Jahren tausende Hunde und Katzen impfen lassen, in keinem Fall hatten wir solche Nebenwirkungen.
Wohl hatten wir viele Hunde und Katzen die an schweren Virusinfektionen erkrankt waren und teilweise qualvoll gestorben sind. Alle diese Tiere waren nicht geimpft.

Eigene Erfahrungen

Wir impfen zweimal im Abstand von 3 bis 4 Wochen und dann jährlich. Über die jährliche Impfung kann man geteilter Meinung sein und es wird auch viel diskutiert. Wir werden wegen unseren eigenen Erfahrungen weiter jährlich impfen und lassen uns auch davon nicht abbringen.

Darum bitten wir alle Tierhalter lassen Sie alle Ihre Tiere impfen und zwar regelmäßig.
Sprechen Sie mit ihrem Tierarzt, der wird Sie gut beraten.
Denken Sie daran:
Die beste Vorbeugung ist die Impfung, sie ist einfach und kostengünstig. Eine Erkrankung ist grausam, wenn nicht tödlich und die Behandlung ist sehr teuer.
Vor allen denken Sie an das Leiden der Tiere.

Lassen Sie sich durch Ihren Tierarzt beraten.

 

 

Flöhe

Von Dr. med. vet. Barbara Finke mit freundlicher Unterstützung durch die Bayer AG

Flöhe bei Haustieren

Im Frühsommer erwachen die Ektoparasiten aus ihrem Winterschlaf und entwickeln sich über Ei-, Larven- und Puppenstadium zu geschlechtsreifen Flöhen. Zunächst lassen sie sich zu einer Blutmahlzeit auf dem Haustier nieder um anschließend in seiner unmittelbaren Umgebung (Hundelager etc) seine Eier abzulegen und abzuwarten, bis eine erneute Nahrungsaufnahme fällig wird. Die meisten Flöhe, bei denen beide Geschlechter mehrmals am Tag bei einem Warmblüter Blut saugen und den Wirt danach sehr schnell wieder verlassen, sind nicht wirtsspezifisch, so dass sich auf einem Hund sowohl der Hundefloh, der Menschenfloh als auch Katzen-, Vogel- und Nagerflöhe befinden kann.

Die Bedeutung der Flöhe ist in Deutschland nach wie vor groß.

Dies ist aber kein Zeichen mangelnder Sauberkeit oder ein Anzeichen für Vernachlässigung. Der Grund liegt darin, dass nur 1% der Flöhe auf dem Tier sitzen, während die anderen sich ihres Lebens in der zu 90% nichtbehandelten Umgebung erfreuen.

Welchen Schaden verursachen sie?

Erwachsene Flöhe leben auf der Haut und im Fell ihres Wirtstieres. Um Blut zu saugen, von dem sie sich ernähren, beißen Flöhe in die Haut ihres Wirtes. Diese wird dabei verletzt und mit Flohspeichel, der Entzündungen und allergische Reaktionen hervorruft, verunreinigt. Die Folge ist stark juckende Pusteln und Hautveränderungen. In welchem Ausmaß das Tier auf Flohstiche reagiert, hängt davon ab, wie stark sie mit Flöhen befallen und wie anfällig sie sind. Es gibt Tiere, die bereits auf wenige Flohstiche extrem allergisch reagieren. In diesen Fällen entstehen großflächige, juckende Hautveränderungen und haarlose Stellen vor allem am Rücken, und den Hintergliedmaßen. Ist ein Tier sehr stark befallen, kann dies darüber hinaus zu Blutarmut (Anämie) und Abmagerung führen.

Welche Gefahren bestehen?

Hat ein Haustier Flöhe, besteht stets die Gefahr, dass sie sich mit Magen-Darm-Parasiten ansteckt. Denn Flöhe sind so genannte Zwischenwirte für Bandwürmer. Fischt das Tier die Flöhe mit den Zähnen aus seinem Fell und schluckt sie, nimmt er mit den Flöhen unter Umständen auch Wurmlarven auf.
Eine Behandlung gegen Flöhe sollte mit einer Behandlung gegen Würmer (Entwurmung) kombiniert werden.
Nicht selten kommt es vor, dass Flöhe vom Tier auf den Menschen übergehen. Die gewissenhafte Vorsorge und Behandlung bei Ihrem Tier ist also auch für Ihren eigenen Schutz von großer Bedeutung.

Die Parasitenbehandlung – Vorbeugung

Zunächst einmal muss der Befall sicher gestellt werden. Lieblingssitze sind der Kehlgang und die Stelle unterhalb der Ohren. Der zahlreich vorhandene, dunkelbraune, feinbröckelige Flohkot im Fell gibt Hinweis auf diese Parasiten. Entdecken Sie beim Bürsten einen Floh oder Flohkot (kleine dunkle Punkte, die auf feuchtem Papier oder weißem Tuch rote Flecken hinterlassen) so sollten Sie rasch handeln.

Bei Parasitenbefall lösen hochwirksame Medikamente vom Tierarzt das Problem meist rasch und sicher. Allerdings können sich die Tiere schnell wieder eindecken, wenn sie beispielsweise im Wald unterwegs sind, in der Gegend herumstreunen oder auf Artgenossen treffen. Regelmäßige Fellpflege und Säuberung der Tierlagerstätten sowie eine Versiegelung von Ritzen als potentielle Aufenthaltsstätte der Larven sind wichtige erste Schutzmaßnahmen. Da aber bereits bei geringgradigem Flohbefall neben Juckreiz auch die Gefahr der Übertragung z.B. von Bandwürmern auf die Tiere besteht, ist eine gründliche Prophylaxe , wie etwa die Behandlung mit Aufträufelpräparaten, Spritzen oder Tabletten bzw. die sofortige Bekämpfung der ungebetenen Gäste angebracht und wichtig.

Lassen Sie sich durch Ihren Tierarzt beraten.

 

 

Zecken

Von Dr. med. vet. Barbara Finke mit freundlicher Unterstützung durch die Bayer AG

Zecke an jeder Ecke

Es ist selbstverständlich, dass sich der bewusste Hundehalter darüber informiert, welche Krankheiten und Gefahren seinem Vierbeiner drohen und was vorbeugend unternommen werden kann, um das Vermeidbare zu verhindern. Wer ein Tier hat, muss sich daran gewöhnen, auch mal Flöhe oder Zecken als Gast begrüßen zu dürfen.

Im zeitigen Frühjahr beginnt sie bereits, die Zeckensaison.

Mit zwei ausgeprägten Höhepunkten der Befallsdichte im Frühjahr (Ende April/Anfang Mai) und frühen Herbst (Mitte September) erstreckt sich das vermehrte Auftreten dieser unangenehmen Plagegeister bis in den späten Oktober hinein. Nicht nur im Unterholz und dichtem Gestrüpp, sondern auch im hohen Gras und im heimischen Garten lauern die kleinen Spinnentierchen auf ihre blutspendenden Opfer.
Zecken werden von Tieren und Menschen „abgestreift“ und graben sich mit ihren Mundwerkzeugen in die Haut, um dort Blut zu saugen. Sie können damit rechnen, dass ihr Tier von jedem Spaziergang eine mitbringt. Auch wenn man das Fell gleich nach diesen winzigen Blutsaugern untersucht, entdeckt man sie meist erst, wenn sie etwas größer geworden sind.

Welche Zeckenarten sind für Haustiere gefährlich?

In Deutschland werden Haustiere vor allem von zwei Zeckenarten befallen:
1. Der „Gemeine Holzbock“
2. Die „Braune Hundezecke“
Meistens sind es die Vertreter der bekannten Art ¨Gemeiner Holzbock¨; darüber hinaus gewinnt aber auch die „Braune Hundezecke“ (ursprünglich nur im Süden Europas heimisch) immer mehr an Bedeutung und wird besonders zur Urlaubszeit aus Südeuropa eingeschleppt. Anders als der Holzbock hält diese Zecke sich gerne in Wohnräumen auf, wo sie sich auch vermehrt. Dort im Warmen befällt sie ihre Nahrungslieferanten hauptsächlich, wenn diese schlafen.

Welche Gefahren bestehen?

Problematisch sind beide Zeckenarten wegen der Übertragung von lebensgefährlichen Krankheitserregern. Denn mit den gerinnungshemmenden Körpersekreten, welche die Zecke während des in der Regel mehrere Tage dauernden Saugaktes in die Stichstelle des Opfers abgeben, können auch fortwährend verschiedenste Krankheitskeime übertragen werden und sich dann im Blut ansammeln. Je höher die Keimzahl in den Körperflüssigkeiten des Tieres, desto größer auch das Risiko einer lebensbedrohenden Krankheit. Da Zecken schwere Krankheiten wie die Frühsommer-Minigo-Enzephalitis (FSME) oder die Lyme-Borreliose auf die Tiere übertragen (häufig sogar mit tödlichem Ausgang!), sollte im Frühjahr eine Zeckenbehandlung stattfinden; besonders wenn sich das Tier viel im Wald oder hohen Sträuchern aufhält. Gezielte Vorbeugemaßnahmen zur Zeckenabwehr sind zwingend geboten!

Wie erkenne ich sie?

Grundsätzlich entwickeln sich alle Zeckenarten über mehrere Stadien: Ei, Larve, Nymphe, erwachsene Zecke. Die Eier sind rund 0,5 mm groß, weiß und rundlich. Sie werden von den erwachsenen Zeckenweibchen in Form von Eipaketen abgelegt. Die sechsbeinigen Larven, achtbeinigen Nymphen und erwachsenen Zecken sind im nüchternen Zustand, also bevor sie Blut gesaugt haben, rund 2-5 mm groß und sehen wie kleine Spinnen aus. Erst nach der Blutmahlzeit schwillt ihr Rumpf auf 1 – 2 cm an.

Sie können die Zecken auf Ihrem Haustier mit dem bloßen Auge erkennen, und zwar sowohl im nüchternen als auch im voll gesogenen Zustand. Um die Zecken ausfindig zu machen, scheiteln sie das Fell. Meist können Sie die Zecken aber auch ertasten, wenn Sie Ihr Tier über das Fell streicheln.

Erwachsene Zecken sitzen bevorzugt am Kopf, Unterbauch in der Schenkel- und Ellebogenfalte des Wirtes. Larven und Nymphen finden sich dagegen vor allem an Körperstellen mit dünner Haut wie z.B. Ohrrändern, Ohrmuschel, Augenlidern, Schnauze und zwischen den Zehen.

Die Parasitenbehandlung – Vorbeugung:

Zuerst die Zecken entfernen, indem Sie diese mit zwei Fingern, einer Pinzette oder (am besten) mit einer Zeckenzange von unten an den Mundwerkzeugen (ohne den Leib zu drücken) anfassen und den Blutsauger gegen den Uhrzeigersinn herausdrehen. Achten Sie darauf, dass der Kopf nicht stecken-beleibt, sonst entzündet sich die Stelle.

Achtung:

Nicht den Zeckenleib mit Äther, Öl, Nagellackentferner oder dergleichen beträufeln und damit ¨betäuben¨, denn Zecken erschlaffen dabei und entlassen ihre Erreger in die Stichstelle. Nicht mit der Zange am Zeckenleib drücken, da sonst die Borrelien- oder andere Erreger durch die Stichöffnung in die Blutbahn gedrückt werden. Bei Parasitenbefall lösen hochwirksame Medikamente vom Tierarzt das Problem meist rasch und sicher. Allerdings können sich die Tiere schnell wieder eindecken, wenn sie beispielsweise im Wald unterwegs sind, in der Gegend herumstreunen oder auf Artgenossen treffen.

Erkrankung:

Lokale Hautreaktionen und Schwellungen treten an der Stichstelle auf. An der Einstichstelle zeigt sich eine Rötung und Schwellung, die oft noch lange Zeit nach dem Abfallen der Zecke zu sehen ist. Durch den Holzbock kann die Borreliose übertragen werden, ca. 40% der Zecken sind befallen. Borreliose ist eine Infektion, diese führt evtl. zu schwersten Symptomen wie gichtartige Gelenkveränderungen bis hin zu extremen Lähmungen.

Wegen Befalls der Nerven- und Muskelsysteme sind Hirn- und Herzschäden mit Todesfolge relativ häufig. Durch die braune Hundezecke kann zusätzlich Babesien (Einzeller, der beim Saugakt durch Zecken übertragen wird und sich in den roten Blutkörperchen vermehrt) und Ehrlichien (Bakterien die vergrößerte Lymphknoten und Anämie verursachen können) übertragen werden, diese Erkrankungen führen relativ häufig zum Tode.

Stiche in Nähe der Wirbelsäule können infolge des im Speichel befindlichen Toxins zu Lähmungen oder Bewegungsstörungen führen. Diese Reaktion tritt allerdings nur selten auf.

Schutzmaßnahmen

Auffälligkeiten betrachten, wie z.B. Kratzen und Lecken an einer bestimmten Körperstelle. Zecken sofort Absammeln, festgesogene Zecken möglichst rasch entfernen. Regelmäßige Fellpflege und Säuberung der Lagerstätten sowie eine Versiegelung von Ritzen als potentielle Aufenthaltsstätte der Larven sind wichtige Schutzmaßnahmen.
Zu empfehlen ist eine gründliche Prophylaxe mit hochwirksamen Medikamenten vom Tierarzt, wie etwa die Behandlung mit Aufträufelpräparaten, Spritzen oder Tabletten.

Lassen Sie sich durch Ihren Tierarzt beraten.

 

 

WÜRMER

Von Dr. med. vet. Barbara Finke mit freundlicher Unterstützung durch die Bayer AG

Die Würmer unserer Hunde und Katzen sind Parasiten. Sie leben als Schmarotzer im Darm oder Magen der Wirtstiere und können dieses durch Verletzungen und Stoffwechselgifte erheblich schädigen. Es gibt zwei Hauptarten von Würmern, die unsere Hunde und Katzen befallen können:

Rundwürmer (die Wichtigsten sind: Haken-, Spul- und Peitschenwürmer)

Bandwürmer (die Wichtigsten sind: Gurken-, Fuchsbandwurm, Taenien und Mesocestoides)

Rundwürmer sind fadenförmige Würmer, die Länge der ausgewachsenen Würmer reicht je nach Art von 1 Millimeter bis hin zu 25 Zentimetern. Rundwürmer ernähren sich vom Darminhalt des Tieres und von dessen Körpersubstanz, z.B. Schleimhautzellen oder Blut. Jedes erwachsene Wurmweibchen kann täglich mehrere Tausend Eier abgeben. Nach dem Ausscheiden der Eier mit dem Kot des Tieres entstehen infektiöse Larven. Diese können nun von anderen Haustieren, z.B. bei einem Spaziergang, aufgenommen und abgeschluckt werden. Die Larven wandern dann durch unterschiedliche Organe des Wirtes und können dort beträchtliche Schäden anrichten.

Anschließend erreichen sie wieder den Darm, werden dort zu erwachsenen Würmern und beginnen nach der Paarung mit der Eiablage. Der Lebenszyklus beginnt von neuem.

Bandwürmer verdanken ihren Namen der flachen, bandartigen Körperform, sie leben als Parasiten im Dünndarm der Hunde und Katzen. Die Länge der Gliederkette kann von wenigen Millimetern bis hin zu mehreren Metern reichen. Fast alle Bandwurmarten sind Zwitter, d.h., alle Glieder beherbergen männliche und weibliche Geschlechtsorgane. Die Entwicklung der Larven erfolgt in einem oder mehreren Zwischenwirten. Diese können durch die in den verschiedenen Organen sich entwickelnden und dabei wachsenden Finnen erhebliche Schäden erleiden, die sogar zum Tod des Zwischenwirtes führen können. Die Finnen gelangen über die Nahrungskette (z.B. rohes Fleisch des Zwischenwirtes) in den Darm des Endwirtes und entwickeln sich dort zum erwachsenen Wurm.

Leider ist es kaum möglich, einer Infektion vorzubeugen, da man die Tiere den Gefahrenquellen nicht entziehen kann. Hunde und Katzen mit Auslauf können sich quasi überall infizieren. Selbst nur in der Wohnung gehaltene Tiere können sich mit an den Schuhen haftenden Eiern oder über Zwischenwirte (z.B. Flöhe) anstecken. Daher ist die regelmäßige Entwurmung der Tiere mit geeigneten Mitteln zu empfehlen.

Symptome

Ihr Tier kann von Würmern befallen sein, ohne dass Sie dies merken. Fast alle Hunde und Katzen durchlaufen in ihrem Leben eine Infektion mit Würmern. Die Symptome hängen stark von Alter, Gesundheitszustand und Widerstandsfähigkeit des Tieres und von der jeweiligen Wurmart ab.

Folgende Symptome können auf Wurmbefall hinweisen

Sichtbare Wurmteile im Kot (Untersuchung durch Tierarzt), Erbrechen , Blutarmut, Blut im Kot, schlechte Wundheilung, glanzloses, struppiges Fell, Gewichtsverlust, Abmagerung, aufgeblähter Bauch bei Jungtieren (sog. Wurmbauch), verminderte Fruchtbarkeit, Leistungsminderung, allgemein herabgesetzte Widerstandskraft und Vitalität.

Diagnose

Die Diagnose des Wurmbefalls geschieht meist über die mikroskopische Untersuchung des Tierkotes. Sie ist aufwendig und leider nicht ganz zuverlässig. Das negative Ergebnis einer Kotuntersuchung besagt also nur, dass zur Untersuchung keine Wurmeier oder -larven im Tierkot nachgewiesen werden können, aber nicht dass das Tier keine Würmer hat. Zum anderen können die auch für den Menschen sehr gefährlichen Arten kaum von den harmloseren Wurmarten unterschieden werden.

Gefahren allgemein

Beim Auftauchen von Symptomen sollte daher immer sofort eine tierärztlich verordnete Entwurmung durchgeführt werden, um die Gesundheitsschäden für das Tier zu begrenzen. Neben der Gefährdung für andere Tiere besteht auch für den Menschen Infektionsgefahr.

Gefahren für das Tier

Nach der Infektion wandern viele Wurmarten durch mehrere Organe des Tieres und setzen sich dann meist im Darm des Tieres fest. Einige Wurmarten werden sogar mit der Muttermilch übertragen, die konsequente Einhaltung der Welpen Entwurmung und die regelmäßige Entwurmung der Muttertiere ist besonders wichtig, da bei Jungtieren eine Wurminfektion sogar zum Tod führen kann. Neben den konkreten gesundheitlichen Schäden werden in der Regel auch die Widerstandskraft und der Allgemeinzustand des Tieres in Mitleidenschaft gezogen.

Folgende Gesundheitsschäden können durch Würmer bei Hund und Katze verursacht werden:
Gewebsverletzungen durch wandernde Wurmlarven, Verstopfung von Darm und Gallengängen, Blutverlust und Blutarmut (insbesondere bei Jungtieren mit schweren Infektionen), Entzug von Vitaminen und lebenswichtigen Nährstoffen, Beeinträchtigung des Abwehrsystems (dadurch auch Gefährdung der Wirksamkeit von Schutzimpfungen), Verschlechterung des Allgemeinzustands.

Gefahren für den Menschen

Auch der Mensch kann von Würmern infiziert werden, dies betrifft besonders Kinder, die häufig in engem Kontakt mit dem Tier leben. Der Mensch ist ein so genannter Fehlwirt, d.h., es können sich aus den Eiern keine erwachsenen, im Darm lebenden Würmer entwickeln. Die aus den Eiern schlüpfenden Larven wandern jedoch in ihrer Entwicklung im Körper des Menschen umher und können dabei Schäden in verschiedenen Organen hervorrufen. Eine Infektion des Menschen mit diesen Wurmarten sollte daher unbedingt vermieden werden.

Folgende Gesundheitsschäden können Würmer beim Menschen verursachen
Spulwurm: Sehstörungen bis hin zur Erblindung (Erkrankung Netzhaut), Schäden an Leber und zentralem Nervensystem
Hakenwurm: Wurmlarven dringen in die Haut ein, wandern in der Unterhaut umher und schädigen sie.
Gurkenkernbandwurm: Bauchschmerzen, Durchfall, Abmagerung
Fuchsbandwurm: Meist vollständige Zerstörung der Leber. Die seltene Krankheit verläuft langsam über viele Jahre hinweg und endet oft tödlich.

Übertragung auf den Menschen:

Kontakt mit infizierten Haustieren, wie Schmusen, Ablecken von Händen und Gesicht. Enger Kontakt der infizierten Tiere mit Gegenständen der Besitzer (z.B. Handtücher, Bettwäsche). Kontaminierte Sandkästen (Kinder), feuchtwarme Badestrände und Liegewiesen, sowie der Genuss ungewaschener Waldfrüchte oder Pilze.

Behandlung

Jeder Wurmbefall bei Ihrem Hund oder Ihrer Katze sollte möglichst rasch behandelt werden. Zum Einen, um die drohenden Gesundheitsgefahren für das Tier abzuwenden, zum anderen, um Sie und Ihre Familie vor einer möglichen Ansteckung mit Wurmeiern zu schützen. Neben der akuten Behandlung empfiehlt sich außerdem die routinemäßige, in regelmäßigen Abständen vorgenommene Entwurmung Ihres Haustieres (optimal: 4 mal im Jahr) mit einem Breitspektrum – Entwurmungsmittel (gegen Band- und Rundwürmer). Insbesondere Welpen und Jungtiere sind besonders gefährdet, da ihr Immunsystem noch nicht so gut entwickelt ist und häufig die Infektion über die Mutter stattfindet. Die Welpen kommen dann schon infiziert zur Welt oder werden über die Muttermilch angesteckt. Daher sollten Muttertiere direkt vor dem Decken und 10 Tage vor dem Werfen behandelt werden. Alle weiteren Wurmkuren sollten dann bis zur achten Woche zusammen mit den Jungtieren des Wurfs erfolgen.

Produkte

Zur effektiven Wurmbekämpfung stehen inzwischen wirkungsvolle Medikamente zur Verfügung. Diese erlauben die gleichzeitige Behandlung aller wichtigen Wurmarten (Bandwürmer und Rundwürmer), die für Ihren Vierbeiner gefährlich werden könnten, mit einer einmaligen Behandlung. Die Verabreichung verschiedener Medikamente über mehrere Tage hinweg kann also problemlos durch einfache Gabe einer Tablette ersetzt werden. Das breite Wirkspektrum wird durch spezielle Kombinationspräparate erreicht, die optimal auf die jeweilige Tierart abgestimmt sind. Die Mittel sind einfach anzuwenden und werden von den Tieren sehr gut vertragen. Erhältlich sind diese Breitspektrum – Entwurmungsmedikamente, für Haustiere, nur bei Ihrem Tierarzt. Von freikäuflichen Mitteln ist, wegen eingeschränkter Wirksamkeit, dringend abzuraten.

Tipps zur Behandlung

Häufig werden die Wurmmittel in der Tierarztpraxis vom Tierarzt oder einer erfahrenen Helferin gegeben. Oft ist es aber auch notwendig, das Wurmmittel selber zu verabreichen. Hier ein paar Tipps zur erfolgreichen Behandlung:
Die Tablette verstecken Sie am besten im Lieblinsfutter Ihres Haustieres oder einem Leckerbissen (z.B. Leberwurst). Normalerweise wird sie dann problemlos gefressen.

Wenn das Tier die Tablette nicht fressen will, müssen Sie sein Maul öffnen und die Tablette so weit wie möglich nach hinten schieben.

Damit die Tablette nach dem Einführen in das Maul auch wirklich geschluckt wird, sollten Sie danach den Kehlkopf des Tieres sanft massieren. Halten Sie dabei die Schnauze des Tieres geschlossen und nach oben gerichtet.
Wenn Sie Probleme bei der Tablettengabe haben, fragen Sie beim nächsten Besuch Ihren Tierarzt. Es zeigt Ihnen die richtige Anwendung gern.

Wurmkuren werden nach Gewicht dosiert. Wenn Sie Ihr Tier nicht mit zur Praxis nehmen, wiegen Sie es bitte zu Hause. Steigen Sie dazu einfach mit dem Tier auf eine Waage und ziehen Sie anschließend Ihr eigenes Gewicht vom Messwert ab.
Falls die jährliche Impfung fällig ist, entwurmen Sie Ihr Tier am besten 2 Wochen vorher. Es kann dann einen besseren Impfschutz aufbauen.

Würmer sind gefährlich, daher sollten Sie sie schonungslos bekämpfen. Nur durch regelmäßige Entwurmung (am besten viermal pro Jahr) können Sie ihrer Haustiere, sich und Ihre Familie (besonders Ihre Kinder) umfassend und zuverlässig schützen, der Kontakt zu Ihrem Haustier kann dann ohne Gefahr so eng bleiben, wie er ist.

Lassen Sie sich durch Ihren Tierarzt beraten.

 

 

Hautpilz

Von Vereinstierarzt Siegfried Finke

Nicht nur fast alle Haus- und Nutztierarten, sondern auch wir Menschen, können von Hautpilzen befallen werden. Diese mikroskopisch kleinen Organismen siedeln sich im Fell, Haar und auf der Haut an und erzeugen tausende von Pilzsporen, die der Weiterverbreitung dienen.

Sowohl durch direkten Kontakt als auch durch Futtermittel, Pflegeutensilien, Decken und andere Gegenstände kann die Erkrankung von Tier zu Tier, vom Tier auf den Menschen, vom Menschen aufs Tier und von Menschen zu Menschen übertragen werden.

Auch wenn Tiere oder Menschen keine sichtbaren Hautveränderungen mehr aufweisen, können sie nach einer Infektion noch vereinzelt Sporen tragen.

Pilzsporen kommen überall in unserer Umgebung (Garten, öffentliche Verkehrsmittel usw.) vor und können jahrelang infektiös bleiben. Leider ist z.B. der “Microsporum canis” (gängigste Pilzinfektion bei Katzen) keine Seltenheit.
Die Katze ist ein „natürlicher Wirt“ für die Pilzsporen und etwa 20 % von ihnen sind nicht erkennbar infiziert. Vor allem bei Zuchten, Tierheime oder Pensionen, sowie bei wildlebenden Hauskatzen (also generell bei Mehrtierhaltung) besteht eine erhöhte Infektionsgefahr.

Eine wesentliche Rolle beim Ausbruch des Hautpilzes spielt das Immunsystem der Katze. Das Immunsystem der Katze ist besonders stressanfällig, Besitzerwechsel, Trennung aus der gewohnten Umgebung usw. ist für die Katzen mit besonders viel stress verbunden. Gestresste, geschwächte, unterernährte, trächtige oder säugende Katzen stehen besonders in der Gefahr der Infektion, ebenso wie Jungtiere. Je stressfreier ein Tier gehalten wird, je gesünder, guternährter und abwehrstärker ein Tier ist, desto geringer ist eine zu erwartende Infektion.

Bei der Anschaffung eines neuen Tieres kann man ein gewisses Infektionsrisiko nicht ausschließen.
Bei erkrankten Tieren finden sich als typische Hautveränderungen kreisrunde haarlose Stellen, hauptsächlich am Kopf, am Hals, in Ohrnähe oder an den Gliedmaßen.

Sie sind mit Schuppen oder Borken belegt und zur geschlossenen Felldecke hin mit einem roten, entzündeten Randsaum begrenzt. Teilweise können diese Veränderungen mit deutlichem Juckreiz verbunden sein. An derart vorgeschädigten Hautstellen haben auch Bakterien leichtes Spiel und können das Krankheitsbild deutlich komplizieren.
Darüber hinaus gibt es auch atypische Verlaufsformen, die je nach Tierart, Pilzart und Abwehrlage des Tieres variable Hautveränderungen hervorrufen.

Deshalb sollten alle Tiere mit deutlichen Hautveränderungen frühzeitig tierärztlich untersucht werden.
Kommt es zu einer Ansteckung des Menschen, verursachen Dermatophyten meist nur einen rötlichen, linsengroßen schuppigen und juckenden Hautausschlag, meist an Unterarmen, Beinen oder im Gesicht.
Bei einem gesunden Menschen wird in der Regel das Immunsystem selber mit der Infektion fertig. Gegen den Juckreiz werden pilz- und sporenabtötende Salben, Lotionen verwendet. Nach einer durchgemachten Pilzinfektion ist der Organismus meistens über Jahre gegen eine neue Ansteckung immun. Bei immungeschwächten Personen und Kindern kann es in seltenen Fällen aber auch – wie bei den Tieren selbst – zu Organbefall kommen.

Bei Erkrankungen von Tier oder Mensch sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Vorbeugend sollte auf ein gestärktes Immunsystem und normale Hygiene geachtet werden.
Zur Behandlung bei Tier und Mensch stehen pilz- und sporenabtötende Salben, Lotionen, Sprühlösungen und Tabletten zur Verfügung.
Die Heilung kann mehrere Wochen in Anspruch nehmen.
Lassen Sie sich durch Ihren Tierarzt beraten.

 

 

Die Kastration Argumente da für und da gegen

Wie Sie in dem nachfolgenden Artikel „Die Kastration“ selber lesen können – gibt kein vernünftiges Argument gegen Kastration.

Die jahrelangen Appelle und Aufklärungsaktionen an die Katzenhalter „Lassen Sie Ihre Katzen kastrieren“, bringen keinen Erfolg. Trotz der vielen Kastrationsaktionen der Tierschutzvereine, bei dem jedes Jahr, allein in Bochum und Umgebung, hunderte von wildlebenden Hauskatzen aufwendig eingefangen und dann bei einem Tierarzt kastriert werden, geht das Elend weiter. Das hier behutsam und tiergerecht vor gegangen wird ist selbstverständlich.

Es nimmt kein Ende, es ist wie der Kampf gegen Windmühlenflügel.

Jedes Jahr sterben weiter unzählige Katzenbabys und Katzen einen qualvollen Tod oder fristen ein elendes Dasein und das nur, weil sie sich unkontrolliert vermehren. Katzen haben ein Vermehrungszwang, sie können ihr Geschlechtsleben nicht selber steuern. Darum stehen hier wir Menschen in der Pflicht, zu Handel – zum Wohl der Tiere.

Es wird immer mit dem Finger auf die südlichen und östlichen Länder gezeigt und es wird mit Recht das Dasein der Tiere angeprangert. Aber wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen.
Den vielen wild lebenden Hauskatzen geht es bei uns nicht viel anders, aber viele Bürger, Ämter und leider auch viele Politiker wollen das nicht wahr haben.

Darum fordern wir Tierschützer die Städte und Gemeinden auf, das Kastrieren von frei lebenden Hauskatzen und Hauskatzen mit Freigang verbindlich vorzuschreiben.

Alle Fachleute, von der Tierärztekammer bis zu den Tierschützern sehen nur so die Möglichkeit das Katzenelend zu stoppen.
Das diese Kastrationspflicht nicht von heute auf Morgen das Katzenelend beseitigt, ist klar. Trotzdem muss jetzt endlich gehandelt werden, denn kastrierte Katzen bekommen keine Babys mehr. So wird das Elend mit jeder kastrierten Katze abnehmen.

Katzenkastration ist Tierschutz – machen Sie mit.

Die Kastration – Argumente da für und da gegen

Egal ob Kater oder Katze – der Eingriff, der unter Narkose durchgeführt wird, ist für den Tierarzt Routine und ungefährlich für die Katzen. Bei der OP werden der Katze die Eierstöcke, beim Kater die Hoden entfernt. Bei der Gelegenheit soll das Tier auch gleich tätowiert oder besser gechipt werden, so dass man es identifizieren kann, falls es mal wegläuft. Im Normalfall sind die Katzen schon nach einem Tag wieder fit und der Eingriff ist vergessen.

Je früher der Eingriff stattfindet, umso besser für die Tiere

Heute wird im Normalfall mit 4 bis 5 Monaten kastriert, also vor dem Eintreten der Geschlechtsreife. Diese richtet sich jedoch nicht nur nach dem Alter, sondern wird auch durch die Jahreszeiten beeinflusst. Werden die Tage ab Januar länger, setzt die Geschlechtsreife – auch bei sehr jungen Tieren ein. Erfahrungen aus den USA (hier wird seit über 50 Jahren bereits ab dem 3 Monat kastriert) zeigen, dass keine negativen Gesundheitsfolgen auftreten. Ganz im Gegenteil: es ist inzwischen wissenschaftlich erwiesen, dass kastrierte Tiere keine Tumore mehr an den Geschlechtsorganen bekommen. Das Krebsrisiko sinkt erheblich.

Unkastrierte Tiere haben nicht nur ein höheres Krebsrisiko, sondern sind auch anderen Gefahren ausgesetzt. Beim Revierkämpfen und beim Deckakt können sie sich mit tödlich verlaufenden Krankheiten wie FIV (Katzen-Aids), FIP (virusbedingte, infektiöse Bauchfellentzündung), Leukose usw. anstecken. Diesem Risiko sollten Sie Ihre Katzen nicht aussetzen.

„Eine Katze muss einmal geworfen haben oder einmal rollig gewesen sein, bevor sie kastriert werden soll“
Diese häufig noch vertretene Ansicht ist durch keine medizinische Begründung gerechtfertigt.
„Kastrierte Katzen wachsen nicht mehr richtig, bleiben kleiner und werden fett“
Dieses Märchen ist ebenso wissenschaftlich widerlegt. Im Gegenteil, da die Wachstumsphase verlängert wird, werden die Katzen und Kater mindestens genau so groß wie unkastrierte Tiere, wenn nicht sogar etwas größer. Fett werden Katzen, wie Menschen, durch falsche Ernährung und Bewegungsmangel.

„Wohnungskatzen brauchen nicht kastriert werden“ – Diese Aussage ist Unsinn.

Werden die Katzen geschlechtsreif, haben sie einen starken Drang einen Partner zu finden. Katzenmädchen schreien sehr laut und werden extrem unruhig, Kater neigen dazu die Wohnung mit stark riechendem Urin zu „markieren“. Sie werden alles versuchen um einen Partner zu finden und aus der Wohnung zu entkommen, wobei sie sich auch ernsthaft verletzen können. Katzen, die nicht gedeckt werden, können dauerrollig werden, was wieder zu massiven Gesundheitsproblemen führen kann.

„Meine Kinder sollen das Wunder der Geburt erleben“

Aus diesem Grund Katzennachwuchs zu produzieren – ist grob fahrlässig. Erstens finden die meisten Geburten nachts statt, zweitens ziehen viele Katzen sich dazu auch zurück, weil sie keine Zuschauer wollen. Heute gibt es viele Filme über die Geburten von Tierkindern, auf denen man viel mehr sehen kann. Außerdem steht man hinterher vor dem Problem: „Wohin mit den Katzenkindern?“. Die niedlichen Babys wachsen in kürzester Zeit zu erwachsenen Tieren heran und können bis zu 20 Jahre lang leben.

„Ich kennen Leute, die gerne Katzenbabys haben möchten“
Auch das ist kein Grund zum Züchten. Schicken Sie diese Leute zum Tierschutz – hier findet man jedes Jahr genug Katzenwelpen.

Beim Tierschutz gibt es übrigens Katzen, die schon kastriert sind.
Wie Sie selber lesen können – es gibt kein vernünftiges Argument gegen Kastration.

Lassen Sie sich durch Ihren Tierarzt beraten.

 

 

Frühkastration von Katzen

Von Barbara Willms

Katzen sind sehr fruchtbar
Rein rechnerisch können aus einem einzigen Katzenpaar und seinen Nachkommen in zehn Jahren 80 Millionen Katzen werden!

Aber wohin mit dem Nachwuchs?

Auf diese Frage gibt es keine zufrieden stellende Antwort. Verwilderte Hauskatzen drängen sich längst auch in Deutschland am Rande der Städte, auf verlassenen Fabrikgeländen und anderen unwirtlichen Plätzen – dort endet so mancher „süße, kleine“ Welpe, weil die Besitzer der Mutterkatze sich letztlich doch nicht darum kümmern, was aus jedem Katzenkind später wird.
Es gibt aber leider keinen brauchbaren natürlichen Lebensraum für die Nachfahren der Tiere, die sich der Mensch über Generationen zu Haustieren herangezogen und erzogen hat.

Katzenelend massenhaft

Die vielen verwilderten Katzen finden weder ausreichend Nahrung noch gibt es echte natürliche Feinde. Wäre der Lebensraum intakt, dann gäbe es, wie immer bei einem natürlichen Gleichgewicht, andere wild lebende Tiere, die die Katzen als Nahrung erbeuten würden. Damit würde die Zahl auf natürliche Weise begrenzt. Solche natürlichen Feinde fehlen aber.
Stattdessen begegnen die verwilderten Hauskatzen unkalkulierbaren Gefahren in einer vom Menschen bestimmten Welt: Das sind Autos, die sie überfahren, Jäger, die auf sie schießen, und sogar sadistische Menschen, die Katzen einzufangen und zu quälen versuchen – oder zu vergiften.
Hinzu kommt: Infektionskrankheiten breiten sich massenhaft aus. Viele Katzen leiden an Leukose oder „Katzen-AIDS“. Gerade bei der Paarung selbst (der Kater beißt der Katze in den Nacken) und bei den vorangehenden blutigen Katerkämpfen um die Weibchen werden häufig Krankheiten weitergegeben.

Tierschützer kastrieren verwilderte Katzen und Kater

Tierschützer versuchen in Zusammenarbeit mit Tierärzten auch in Deutschland schon seit vielen Jahren, die verwilderten Katzen einzufangen und zu kastrieren. Die Tiere werden mit Futter in längliche Käfige („Lebendfallen“) gelockt, in die Tierarztpraxis gebracht und dort unter Narkose nicht nur kastriert, sondern meist noch schnell entfloht und anderweitig verarztet. Dann werden sie wieder frei gelassen.

Zur Klärung, da die Begriffe „Kastration“ und „Sterilisation“ oft missverständlich gebraucht werden: Die Kastration ist die operative Entfernung der Keimdrüsen. Beim Kater werden also die Hoden entfernt; bei der Katze die Eierstöcke und oft auch ein Teil der Gebärmutter (wenn medizinisch notwendig, auch die gesamte Gebärmutter) aus dem Bauchraum herausoperiert. Damit sind die Tiere nicht nur unfruchtbar (das allein würde schon mit einer Sterilisation, also der Durchtrennung der Samenstränge beziehungsweise Eileiter erreicht), sondern kastrierte Tiere haben auch keinen Fortpflanzungstrieb mehr. Das ansonsten durch die Geschlechtshormone gesteuerte typische Verhalten fällt weg: keine Paarung, kein Katerbiss in den Nacken der Katze, keine Prügeleien der Kater um Katzen. Damit werden nicht nur weiterer Nachwuchs und die weitere Ausbreitung von Infektionskrankheiten verhindert, sondern es wird den verwilderten Tieren dann auch möglich, aggressionsfreier in ihrem begrenzten Lebensraum zusammenzuleben.

Kastrieren, bevor es zu spät ist, denn Katzen werden früher geschlechtsreif, als man denkt.

Weibliche Katzen werden normalerweise mit etwa fünf oder sechs Monaten geschlechtsreif. Aber, so erklärt die Tierärztin Dr. Ulrike Morys in unserem Beitrag, es kann auch schon mit drei oder vier Monaten so weit sein: „Bei winter- oder spätherbst geborenen Katzen haben wir das Phänomen, dass die schon mit drei oder vier Monaten geschlechtsreif sein können; das hängt mit der zunehmenden Tageslichtlänge zusammen. Die Tageslichtlänge hat einen extremen Einfluss auf den Sexualzyklus, das kennen wir ja auch; im Frühling gehen die Hormone immer so ein bisschen durch, und das ist bei Katzen auch so.“

Generell gilt: Kater werden etwas später geschlechtsreif als die weiblichen Katzen.

Viele Menschen, die sich vielleicht nicht so gut auskennen, rechnen allerdings überhaupt nicht damit, dass „die Kleinen“ schon sehr bald selbst Eltern werden können. Hartnäckig hält sich die falsche Vorstellung, Katzen könnten erst später Nachwuchs bekommen, so zum Beispiel, wenn sie ausgewachsen seien (das heißt mit 12 bis 14 Monaten) oder mit einem Dreivierteljahr. Aber das alles trifft eben nicht zu, und die Idee, bis zur ersten Rolligkeit „abzuwarten“, ist keine gute Idee. Denn oft werden die ersten Anzeichen der Rolligkeit nicht erkannt, und das endet bei vielen Freigängerkatzen damit, dass sie unversehens trächtig nach Hause kommen. Die Kastration mit einem Sicherheitsabstand zur Geschlechtsreife, also je nach den praktischen Umständen (bei verwilderten Katzen zum Beispiel, wenn es gelingt, sie einzufangen) schon mit frühestens sechs, spätestens aber zwölf Wochen, ist die effektivste Methode, ungewollten Nachwuchs tatsächlich zu verhindern.

Vor- und Nachteile der frühen Operation selbst

Da die Tiere ja noch längst nicht ausgewachsen sind, sind auch die Geschlechtsorgane noch recht klein. Und dieser Umstand macht die Frühkastration im Vergleich zu der beim erwachsenen Tier vielleicht etwas filigraner, schwieriger. Auch besteht offenbar teilweise Unsicherheit, was die Dosierung des Narkosemittels angeht. Für Tierärzte mit Operationserfahrung ist das aber kein Problem. Im Gegenteil, meint die Tierärztin Dr. Ulrike Morys. Sie findet die Operation weit unkomplizierter als die eines ausgewachsenen Tieres: „Also, bei der Frühkastration sind die Vorteile: Wir brauchen geringe Narkosemengen; die Tiere vertragen es sehr gut; wir haben einen sehr kleinen Schnitt; wir haben es noch nicht mit viel Fettgewebe zu tun, denn die Tiere sind ja noch nicht verfettet; dadurch ist die Blutungsmenge sehr viel geringer; wir haben sehr selten Komplikationen, und die Tiere sind sehr schnell nach dem Eingriff wieder wach, dass die also im Geschwister- oder Familienverband wieder freigelassen werden können.“

Früh kastrierte Katzen und Kater werden minimal größer

Mit drei, vier Monaten, Kater etwas später, wären die Tiere zwar schon fähig, Nachwuchs zu zeugen, aber sie sind noch nicht richtig ausgewachsen. Welche Folgen hat die Frühkastration auf Entwicklung und Wachstum? Dazu finden sich, je nach Quelle, widersprüchliche Vermutungen und Angaben. Häufig wird auf US-amerikanische Untersuchungen verwiesen. In Deutschland existieren bislang noch keine systematischen wissenschaftlichen Langzeitbeobachtungen, sagt Prof. Dr. Ingo Nolte, Direktor der Klinik für kleine Haustiere der Tierärztlichen Hochschule in Hannover, aber es gibt inzwischen doch schon einige Erfahrungswerte. Eines ist sicher: Früh kastrierte Katzen und Kater werden etwas größer, aber der Unterschied ist kaum sichtbar, es sind nur wenige Millimeter. Der Grund liegt im Fehlen der normalerweise wirkenden Geschlechtshormone, so erklärt Prof. Dr. Ingo Nolte: „Katzen, die frühzeitig kastriert werden, also sprich vor der ersten Rolligkeit, werden größer. Das heißt also, mit der Geschlechtsreife wird das Wachstum durch Hormone beeinflusst, indem es dann eben beendet wird, und wenn die Rolligkeit dann eben sozusagen nicht auftritt, dann schreitet das Wachstum auch länger fort.“

Hat die Frühkastration Auswirkungen auf die Gesundheit?

Anders als bei der Hündin hat die Frühkastration bei weiblichen Katzen nicht die positive Wirkung, die Entstehung von Gesäugetumoren zu verhindern, stellt Prof. Dr. Ingo Nolte fest: „Bei der weiblichen Katze ist dieser Zusammenhang nicht sicher nachgewiesen; grundsätzlich unterscheiden sich die Entwicklung von Gesäugetumoren von Hund und Katze ganz erheblich, so dass also die Frage ist, ob da wirklich ein echter Zusammenhang besteht.“ Bislang keine Bestätigung sieht Prof. Dr. Ingo Nolte aber auch für die Befürchtung, die Harnröhre beim Kater würde nicht richtig auswachsen und dann später eventuell „verstopfen“: „Lässt sich eigentlich nicht belegen, auch schon im Vergleich zum, egal, also, späteren Zeitpunkt durchgeführten Kastration beim Kater im Vergleich zu unkastrierten Katern, lässt sich da überhaupt keine Häufung herauslesen.“ Eine Gefahr für den Katerpenis besteht allerdings – theoretisch –, denn zwischen dem vierten und fünften Monat löst sich die Vorhaut ab, und wenn die Kastration genau während dieser Ablösung stattfindet, können sich kleine „Taschen“ bilden, in denen sich später dann Schmutz ansammelt – und das kann zu Entzündungen führen. Aber das ist selten und lässt sich leicht vermeiden: Der Tierarzt muss eben den richtigen Zeitpunkt wählen.

Macht jede Kastration dick?

Tendenziell ja! Alle kastrierten Katzen und Kater drohen dick zu werden. Das liegt nicht etwa am fehlenden Jagdtrieb, denn der bleibt – ob frühere oder spätere Kastration – voll erhalten. Es liegt daran, dass der Geschlechtstrieb fehlt, der Katze und vor allem Kater normalerweise auf Trab hält. Fällt der weg, haben die Tiere eine starke Antriebsquelle weniger – sie werden ruhiger und bequemer. Sie verbrauchen also weniger Energie. Das heißt für die Katzenbesitzer: Auf das Gewicht der Tiere achten, regelmäßig wiegen und gegebenenfalls das Futter rationieren.

Wie beeinflusst die Frühkastration das Verhalten?

Normalerweise würde der mit der Geschlechtsreife einsetzende Sexualtrieb nicht nur den Körper, sondern die gesamte Persönlichkeit und das Verhalten beeinflussen: eine Veränderung vom verspielten Tierkind zum paarungswilligen Fast-Erwachsenen, beim Kater übrigens weit auffälliger als bei der Katze.
Durch die Frühkastration wird diese Veränderung verhindert, erklärt die Diplom-Biologin Dr. Willa Bohnet vom Institut für Tierschutz und Verhalten der Tierärztlichen Hochschule Hannover: „Wenn eine Katze oder ein Kater vor der Pubertät kastriert wird, wird man als Besitzer überhaupt keine Verhaltensänderung merken, das heißt, die Tiere bleiben so verschmust, wie sie es vorher waren; sie bleiben so verspielt. Sie werden sich nicht weiter als bisher vom Haus entfernen, sie werden weiterhin guten Kontakt zu Artgenossen haben, sofern sie das vorher auch hatten, gelernt haben.“ Die Frühkastration macht Katzen und Kater also ein Leben lang zu verträglicheren, „angenehmeren“ Haustieren. Das gilt vor allem für Kater.
Bei weiblichen Katzen ist der Verhaltensunterschied – abgesehen von den (ohne Kastration eintretenden) abgegrenzten Phasen der Rolligkeit, Trächtigkeit und Welpenaufzucht – weniger stark. Aber unkastrierte Kater sind immer paarungsbereit, und deshalb fällt der Verhaltensunterschied zwischen kastrierten und unkastrierten Katern auch immer stark auf.

Frühkastration bei reiner Wohnungshaltung?

Wenn es nicht darum geht, eine überraschend frühe Trächtigkeit zu verhindern, wenn man also zum Beispiel mit zwei Katzendamen in einer Wohnung lebt und die beiden nicht nach draußen kommen, kann man sich mit der Entscheidung für eine Kastration mehr Zeit lassen. Dennoch ist die Kastration auch von Wohnungskatern grundsätzlich sinnvoll, denn der einsetzende Geschlechtstrieb ist der Hauptgrund dafür, das die männlichen Tiere ihr Revier systematisch mit Urin markieren. Daher rät die Biologin Dr. Willa Bohnet: „Beim Kater würde ich auch sagen, auf jeden Fall kastrieren, weil man dann nämlich die Geruchsbelästigung nicht hat, und bei einer Katze kann man das von dem Individuum abhängig machen.“ Die Kastration wird notwendig, wenn eine frustrierte Wohnungskatze immer wieder rollig wird. Die Dauerrolligkeit ist eine hormonelle „Vergiftung“. Die Katze ist unübersehbar leidend und unüberhörbar klagend. Das muss nicht passieren, aber es kann durchaus so sein. Die Katze dann nicht kastrieren zu lassen wäre Tierquälerei.

Wie „unnatürlich“ sind Kastration und Frühkastration?

Fast jeder empfindet ein etwas befremdliches Gefühl bei der Vorstellung, dass so junge, noch längst nicht ausgewachsene Tiere kastriert werden sollen. Schließlich nimmt der Mensch einem Tier damit eine ganz wichtige Antriebskraft. Besonders der so frühe Eingriff, aber auch die Kastration generell werden oft als „unnatürlich“ dargestellt. Das sind sie zweifelsfrei auch, aber vielleicht doch weitaus „tiergerechter“ und verantwortlicher, als es im ersten Moment scheinen mag – wenn man sich einmal überlegt, welchen Lebensraum wir Menschen den Tieren zugewiesen haben. Wir haben nun einmal ehemals wild lebende Tiere über viele Generationen zu „Haustieren“ gemacht, also bewusst zu möglichst angenehmen, unkomplizierten Gesellschaftern des Menschen. Inwieweit die Haltungsbedingungen, die wir bieten, den nach wie vor genetisch festgelegten Bedürfnissen der Haustiere entsprechen, wird aber viel zu wenig hinterfragt. Oft ist es fehlendes Wissen, oft eine (als selbstverständlich angenommene) Geringschätzung der Tiere und ihrer Bedürfnisse. Wie stark die Sexualität der Motor des Tier- und auch des Haustierlebens ist, wird unterschätzt. Aber: Wenn sie nicht ausgelebt werden kann (mangels Partnern und weil Nachwuchs unerwünscht ist), ist das nicht etwa „natürlich“, sondern Tierquälerei, und daher argumentieren viele Tierschützer auch ganz konsequent wie die Tierärztin Dr. med. vet Ulrike Morys für die Frühkastration: „Warum soll ich einem Tier Sexualität quasi zumuten, wenn ich von vornherein weiß, dass es die Sexualität nie ausleben darf? Dann kann ich es ihr auch vorher nehmen, weil die Katze gar nicht wissen wird, was sie vermisst.“

Wer dieser konsequenten Überlegung folgt, kann nur zu einem Schluss kommen: Problematisch ist eigentlich weniger der konkrete Schritt der Frühkastration als vielmehr das gesamte Konzept der Haltung von Haustieren unter wenig natürlichen Bedingungen.

Fazit
Zur Verhinderung weiterer unerwünschter Vermehrung, der „Überpopulation“, plädieren Tierschützer konsequent für die Frühkastration verwilderter Katzen. Das gilt auch für Freigängerkatzen (es sei denn, jemand ist in der glücklichen Lage, in einer sehr katzenarmen Gegend zu wohnen, und hat schon sichere Interessenten für jeden zu erwartenden Welpen). Bei reiner (geschlechtlich getrennter) Wohnungshaltung kann man eher im Einzelfall entscheiden; das gilt vor allem bei den weiblichen Katzen.
Mehr Informationen zum Thema finden Sie im Internet u.a. bei der Organisation CAT-CARE Tierhilfe Kassel e.V., die sich engagiert für die Frühkastration einsetzt: www.cat-care.de

Lassen Sie sich durch Ihren Tierarzt beraten.

 

 

Katzenratgeber

Von Dr. med. vet. Barbara Finke mit freundlicher Unterstützung durch die Bayer AG

Der etwas andere Katzenratgeber

Eine intakte Gesundheit der Katze ist nicht nur für das Tier selbst, sondern auch für den Besitzer wichtig. Nur die Gewissheit, dass sich Ihr Vierbeiner bester Gesundheit erfreut, ermöglicht einen unbesorgten Umgang miteinander.
Gerade auch für Familien mit kleinen Kindern ist es beruhigend, wenn man genau weiß, dass das Tier frei von Krankheitserregern ist, so dass keine Übertragungsgefahr von Krankheiten besteht.
Seit Jahrtausenden leben Menschen mit Katzen zusammen. In dieser langen Zeit hat sich eine enge Partnerschaft entwickelt, in der die Vierbeiner als Mitglied der Familie eine wichtige Rolle eingenommen haben.
Für Kinder sind sie nicht nur Spielgefährten. Im Umgang mit ihnen lernen sie, Lebewesen Respekt entgegenzubringen und Verantwortung für sie zu übernehmen. Auch für Senioren ist das Zusammenleben mit einem Haustier oft von unschätzbarem Wert, denn die Pflege hält geistig und körperlich fit, sichert einen geregelten Tagesablauf und vertreibt die Einsamkeit.
Für viele andere ist ein Haustier, insbesondere die Katze ein liebenswerter Freund, der nicht selten einen Partner ersetzt. Damit das Zusammenleben so reibungslos und gesund wie möglich abläuft, sollten verantwortungsbewusste Katzenhalter ihre Tiere und ihre Umgebung regelmäßig kontrollieren, ob nicht ein Befall mit Parasiten, wie Zecken, Flöhe, usw. vorliegt, die das Wohlbefinden und die Gesundheit des Tieres beeinträchtigen. Auch vorbeugende Maßnahmen sind hier besonders wichtig.
Siehe Infoblatte Katzenpflege.
Die 10 Gebote für Katzen-Frauchen und -Herrchen:
• Ich akzeptiere, dass du deinen eigenen Kopf hast.
• Ich tausche meine Zimmerpflanzen gerne gegen dekorative Kratzbäume aus.
• Ich garniere dein Futter liebevoll mit Petersilie.
• Ich freue mich riesig über deine Lebendmaus-Mitbringsel, die du mir von deinen Revier- Streifzügen mitbringst.
• Ich erlaube dir, dass du auch mal einen Kater hast.
• Ich spiele mit dir einmal täglich „Katz und Maus“.
• Ich werde dir zuliebe meinen Urlaub auf Balkonien verbringen.
• Ich reserviere dir immer deinen Platz auf meinem vorgewärmten Kopfkissen.
• Ich stehe augenblicklich auf, wenn du mich morgens um 5 liebevoll aus dem Bett maunzt, weil du dein Fressen haben willst.
• Ich verspreche hoch und heilig, dich zu lieben und zu füttern, bis sich unsere Wege trennen.